Schwanzleitungsdraht
Englisch: pigtailed
Mit Hilfe eines kurzen Zusatzdrahtes verbunden.
Mit Anschlussdrähten versehen: ein kurzes Kabel, das an ein Bauteil gelötet ist
Ein mit Anschlussdrähten versehenes Bauteil hat einen kurzen Draht oder ein kurzes Kabel, das dauerhaft daran befestigt ist, üblicherweise durch Löten oder Crimpen. Dieser Draht dient als Verlängerung oder Verbindungspunkt für das Bauteil selbst. Der Begriff kommt von dem aufgewickelten Aussehen des Drahtbündels, das an einen Schweineschweif erinnert. In der Praxis kommt ein mit Anschlussdrähten versehener Widerstand, eine Diode oder ein Kondensator vom Lieferanten mit bereits befestigten Anschlüssen an und ist sofort einsatzbereit für ein Steckbrett, eine Klemmleiste oder zum direkten Löten auf eine Leiterplatte.
Mit Anschlussdrähten versehene Bauteile sind in der Industrie verbreitet, da sie die Montage vereinfachen und den Bedarf an zusätzlichen Verbindungen oder Steckerkomponenten reduzieren. Ein mit Anschlussdrähten versehener Temperaturfühler könnte beispielsweise ein 2 Meter langes abgeschirmtes Kabel mit Stecker haben, das es dem Sensorkopf ermöglicht, an einem Ort montiert zu werden, während das Signal zu einem entfernten Datenlogger oder SPS reist. Stromversorgungen kommen häufig mit Anschlussdrähten in standardisierten Farben ausgeliefert, Draht 18 AWG oder 20 AWG aus verseiltem Kupfer: rot für Pluspol, schwarz für Minuspol und manchmal gelb oder weiß für Masse oder Signalrückleitung.
Varianten und Materialien
Der Drahtquerschnitt, die Länge und das Isolationsmaterial hängen von der Anwendung ab. Niedervolt-Signalgeräte verwenden üblicherweise 28 AWG bis 24 AWG verseilten Draht mit PVC-Mantel. Stromkreise mit höherer Leistung benötigen stärkere Querschnitte: ein 100 W Widerstand könnte mit 12 AWG oder 10 AWG versehen sein. Industrielle Temperaturfühler verwenden verdrillte Zweidrahtleitungen oder abgeschirmte verdrillte Leitungen zur Störunterdrückung, häufig mit PTFE-Isolierung für höhere Temperaturbereiche. Einige Anschlussdrähte enden mit Aderendhülsen oder Lötfahnen; andere werden einfach abisoliert und verzinnt.
Mit Anschlussdrähten versehene Bauteile vermeiden die Crimpverbindung oder Lötstelle zwischen dem Bauteilkörper und dem Anschlussdraht, die in rauen Umgebungen eine häufige Ausfallstelle darstellt. Allerdings schafft der Anschlussdraht selbst eine Spannungskonzentration an der Lötstelle, wo er das Bauteil verlässt. Wiederholtes Biegen oder Vibration kann diese Verbindung unterbrechen. In der Industrie wird die Lötstelle häufig mit Epoxid oder Schrumpfschlauch vergossen oder verstärkt, um die mechanische Last zu verteilen.
Die Alternative zu mit Anschlussdrähten versehenen Bauteilen ist die Beschaffung von blanken Bauteilen und das hausinternen Anbringen von Anschlüssen oder Steckern. Das ist langsamer, bietet aber volle Kontrolle über Drahttyp, Länge und Ausführung. Die meisten Hersteller liefern Versionen mit Anschlussdrähten für Großserien-Standardanwendungen wie Temperaturfühler, Drucktransducer und Industrierelais, wo die Vereinheitlichung Montagekosten und Lieferzeiten spart.