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Industrieelektronik

Stiftleiste

Englisch: pin header

Ein elektrischer Steckverbinder aus einer oder mehreren Reihen von Stiftkontakten in regelmäßigen Abständen.

Stiftleiste: der männliche Stecker, den du auf eine Platine drückst

Eine Stiftleiste ist ein Stecker aus einzelnen Metallstiften, die in einer oder mehreren parallelen Reihen angeordnet und typischerweise auf einer Leiterplatte (PCB) gelötet sind. Jeder Stift ist ein starrer Leiter, meist 2,54 mm auseinander (Standardabstand), mit quadratischem oder rundem Querschnitt. Die Stifte ragen 8 bis 11 mm aus der Platinenfläche heraus und nehmen eine passende Buchsenverbindung oder Jumperkabel auf, das man aufdrückt. Diese Einfachheit macht Stiftleisten zur häufigsten Methode, um Signale auf einer Entwicklungsplatine, Testvorrichtung oder Produktionstafel auszuführen.

Stiftleisten gibt es in Ausführungen mit einfacher Reihe, doppelter Reihe und dreifacher Reihe. Einfache Stiftleisten sind simpel: eine Reihe Stifte für Stromversorgung, Masse oder einen kleinen Datenbus. Doppelreihen-Stiftleisten packen zwei parallele Reihen in denselben Plattenabdruck; eine 20er-Leiste misst an der Basis etwa 2,54 mm mal 5,08 mm und spart damit bei minimalem Platzbedarf die doppelte Stiftanzahl. Varianten mit Schutzgehäuse haben ein Kunststoffgehäuse um die Stifte, das Stecker führt und das Risiko von verdrehten Anschlüssen senkt. Gewinkelte Stiftleisten biegen die Stifte um 90 Grad ab, sinnvoll, wenn der vertikale Platz knapp, die horizontale Reichweite aber ausreichend ist.

Die Herstellung ist unkompliziert: gestanzte oder gezogene Drähte als Stifte werden in ein spritzgegossenes Kunststoffgehäuse eingesetzt und dann alle auf einmal in einem Wellen- oder Reflow-Ofen gelötet. Das Gehäuse ist meist Phenol- oder Polyamidkunststoff, ausgelegt bis 260°C, um die Löttemperatur zu überstehen. Die Strombelastbarkeit pro Stift ist bescheiden; 2 A pro Stift ist typisch für Standard-Stiftleisten im 0,1-Zoll-Raster, aber Stiftleisten für höhere Belastungen halten 5 A und mehr. Der Widerstand über einen Stift liegt meist unter 50 mΩ.

Häufige Ausfallarten und Verwechslungen bei der Bezeichnung

Stiftleisten fallen hauptsächlich durch mechanische Belastung aus. Wiederholtes Ein- und Ausstecken verschleißt die Kontaktflächen, der Widerstand wächst und damit die Wärmeentwicklung. Schlecht ausgeführte Lötverbindungen, besonders an der Stiftbasis, wo mechanische Biegung Spannungen konzentriert, reißen unter thermischen Wechselbelastungen. Korrosion des Stiftmetalls (üblicherweise Messing oder verzinnter Stahl) senkt die Leitfähigkeit über Monate oder Jahre in feuchten Umgebungen. Da der Stecker keine Verriegelung hat, ist teilweises Einstecken häufig, was zu wackeligen Kontakten und falschen Diagnosen führt.

Der Begriff Stiftleiste ist Standard in der Industrie, verursacht aber manchmal Verwirrung mit dem bloßen Wort Leiste, das im PCB-Design jeden Breakout-Stecker meinen kann. Der ältere Begriff Stiftstreifen ist weniger gebräuchlich. Buchsenleisten (mit Buchsen statt Stiften) sind das Gegenstück und genauso verbreitet; zusammen bilden sie ein generisches, wiederverwendbares Verbindungssystem, das seit den 1990ern Hobby- und Prototyping-Elektronik dominiert. Das 2,54-mm-Raster ist in der IEC 61076 definiert, weshalb Leisten und Buchsen verschiedener Hersteller kompatibel sind.

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