Piqué
Englisch: piqué
Gerippter oder gekörperter Stoff aus Baumwolle, Kunstseide oder Seide.
Piqué: Ein Gewebe mit erhabenen Rippen, die quer zur Webrichtung verlaufen
Piqué ist ein Leinwandbindungsgewebe, das sich durch charakteristische Rippen oder Cord-Strukturen auszeichnet, die senkrecht zur Kettrichtung verlaufen. Diese Rippen entstehen dadurch, dass zusätzliche Kettfäden über mehrere Schussfäden schwimmen und dann in regelmäßigen Abständen verankert werden, wodurch eine erhabene Oberfläche entsteht. Je nach Fadennummer und Webmaschineneinstellung können die Rippen fein und dicht oder grob und weit verteilt sein. Baumwoll-Piqué ist die häufigste Variante in der Bekleidungsherstellung, obwohl es auch Rayon- und Seidenvarianten für höherwertige Märkte gibt.
Der Begriff Piqué stammt vom französischen Partizip piqué, was "gestochen" oder "genäht" bedeutet, obwohl die Rippenwirkung konstruktiv und nicht genäht ist. In der Webwarenterminologie hat Piqué eine spezifische Rolle: Es ist schwerer und steifer als Baumwoll-Leinwandbindung, aber leichter und weniger dicht als Köper oder Canvas. Die Cord-Struktur verleiht dem Stoff Formbeständigkeit und ein formales Aussehen, weshalb es traditionell für Poloshirts, Westen und strukturierte Kleider verwendet wird.
Die Herstellung von Piqué erfordert eine Webmaschineneinstellung, die Schwimmfäden ohne Verhängungen oder Beschädigungen während des Webens bewältigen kann. Die schwimmenden Kettfäden müssen sorgfältig vorgespannt werden, um excessive Zugverkürzung an den Seiten zu vermeiden, die die Rippenabstände verzerren könnte. Baumwoll-Piqué wiegt typischerweise zwischen 150 und 250 Gramm pro Quadratmeter, je nach Rippenabstand und Fadenstärke. Die Rippen lassen sich unter Druck leicht zusammendrücken, daher muss fertiges Piqué vor dem Zuschneiden getrocknet und entspannt werden, um permanente Musterverzerrungen zu vermeiden.
Häufige Fehler bei der Piqué-Herstellung sind ungleichmäßige Rippenhöhe durch schwankende Kettzugspannung, gerissene Schwimmfäden durch Abrieb während des Webens und Fehlzüge, bei denen die Schwimmfäden ihre Verankerungspunkte verfehlen. Ausrüstungsvorgänge müssen sorgfältig durchgeführt werden: Zu starkes Pressen flacht die Rippen ab und zerstört die charakteristische Textur und Knackigkeit des Gewebes, während unzureichende Trocknung die Cord-Strukturen schlaff und formlos hinterlässt.
Piqué ist seit über einem Jahrhundert in formaler und halbformaler Herrenbekleidung Standard, besonders bei Poloshirts, wo die Steifheit des Stoffes Faltenbildung beim Spielen verhindert. Der Stoff wird auch in Heimtextilien für strukturiertes Polster und dekorative Anwendungen geschätzt, wenn Oberflächentextur gewünscht ist. Industrie-Piqué, aus gröberen Fadennummern und stärkeren Garnen gewebt, kommt gelegentlich in Arbeitsschutz und Techniktextilien vor, wo eine steife, haltbare Oberfläche gefordert ist.