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Maschinenbau

Planetenrad

Englisch: planet wheel

Zahnrad, das im Umlaufgetriebe um das mit ihm kämmernde Rad kreist.

Planetenrad: das umlaufende Zahnrad im Getriebe

Ein Planetenrad ist ein kleines Zahnrad, das sich um ein zentrales Zahnrad (das Sonnenrad) dreht, während es gleichzeitig mit ihm kämmt. Das Ganze sitzt in einem äußeren Hohlrad. Bei einem Planetengetriebe ist das Planetenrad auf einem Träger oder Steg montiert, der es zwingt, in einer Kreisbahn zu rotieren. Das Planetenrad dreht sich gleichzeitig um seine eigene Achse, während es umläuft. So entsteht ein kompaktes System, das hohe Übersetzungsverhältnisse auf kleinstem Raum ermöglicht.

Planetenradsätze finden sich in automatischen Getrieben, Industriegetrieben und Kraftübertragungssystemen, bei denen Platz begrenzt ist und Effizienz zählt. Eine typische Anordnung hat drei oder mehr Planetenräder, gleichmäßig um das Sonnenrad verteilt, alle kämmen gleichzeitig. Diese Verteilung balanciert die Kräfte und ermöglicht sanftere Kraftübertragung als einzelne Zahnradeingriffe. Der Steg, das Sonnenrad, das Hohlrad und die Planetenräder können in verschiedenen Kombinationen stillgesetzt oder mit unterschiedlichen Drehzahlen angetrieben werden, um mehrere Übersetzungen aus einer Baugruppe zu erzeugen.

Wie Planetensysteme funktionieren

Indem verschiedene Bauteile stillgesetzt oder mit unterschiedlichen Drehzahlen angetrieben werden, erzeugt ein Planetengetriebe Reduktion, Overdrive oder Rückwärtsgang ohne Schaltvorgänge. Im automatischen Getriebe sperrt eine hydraulische Kupplung oder Bremse ein Bauteil, während die anderen drehen, und schaltet die Übersetzung elektronisch. Der mechanische Vorteil ergibt sich aus mehreren gleichzeitigen Zahnradeingriff: Jedes Planetenrad kann von Sonnenrad und Hohlrad gleichzeitig angetrieben oder antreiben, was Drehmoment oder Drehzahländerung vervielfacht.

Planetenräder verschleißen mit vorhersehbaren Raten, weil die Last auf mehrere Zähne im Eingriff verteilt ist. Schäden entstehen normalerweise nicht am Planetenrad selbst, sondern durch Lagerverschleiß des Stegs oder Hohlradschäden. Ungleichmäßiger Verschleiß deutet auf eine unausgerichtete Stegachse oder einseitige Belastung hin. Das Modul (Zahnabstand) und Material müssen zur Anwendung passen: Hochlast-Industriegetriebe verwenden größere Zahnbreiten und höherwertigen Stahl als Automotive-Ausführungen.

Der Name stammt unmittelbar von der mechanischen Analogie: Die Planetenräder umkreisen das Sonnenrad wie Planeten die Sonne. Diese Namensgebung, in Lehrbüchern der Mechanik des frühen 19. Jahrhunderts etabliert, besteht fort, weil sie die Geometrie treffend beschreibt. Das System heißt auch Epicycloidal-Getriebe, weil die Bahn eines Punktes auf einem Planetenrad eine Epicycloidenkurve zeichnet, ein Konzept das Mathematiker bei der Untersuchung von Rotationsmaschinen erkannten, lange bevor diese Zahnradanordnung in Getrieben verbreitet wurde.

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