Haltventil
Englisch: retaining valve
Ein Ventil, das einen gewissen Luftdruck in den Bremszylindern einer Zugbremse hält, auch wenn das automatische Bremsventil vollständig auf Lösung gestellt ist; wird bei steilen Gefällen verwendet, um eine kontinuierliche Bremskraft ohne Druckabbau in der Bremsleitung aufrechtzuerhalten und so Bremsversagen zu verhindern.
Halteventil: Sicherheitssperre, die Bremsendruck an Gefällen hält
Ein Halteventil ist ein Rückschlagventil, das in der Bremszylinderleitung von Druckluftbremssystemen eingebaut ist, typischerweise bei Lokomotiven und schweren Güterwagen im Gebirgsbetrieb. Es verhindert, dass der Bremszylinerdruck auf null fällt, wenn der Lokführer das Hauptbremsventil löst. Stattdessen hält es einen Restdruck von 20 bis 40 psi in jedem Zylinder zurück. Dieser gehaltene Druck erzeugt eine kontinuierliche leichte Bremskraft während langer Gefällestrecken, unabhängig vom Bremsleitungsdruck.
Das Ventil sitzt zwischen dem Bremsenzylinder und der Zuleitung vom Dreiventilblock. Wenn der Bremsendruck steigt, öffnet es frei und lässt vollen Druck in den Zylinder. Wenn der Lokführer das Bremsventil in die Lösungsstellung bringt, beginnt das Dreiventil den Bremsleitungsdruck abzulassen, aber das Halteventil schließt und dichtet den Zylinder ab, wobei es den Druck zurückhält. Der Zylinder entlüftet langsam durch eine kleine Öffnung im Ventilgehäuse, ein Vorgang, der mehrere Minuten dauern kann. Diese gesteuerte Freigabe verhindert den plötzlichen Druckverlust an Gefällen, wo eine volle Bremsanwendung unpraktisch und eine Verschwendung von Druckluft wäre.
Bei steilen Gefällen würde wiederholte starke Bremsanwendung den Hauptluftbehälter schnell entleeren, während der Luftkompressor kaum mitkommt. Ein Zug, der nur mit Halteventildruck arbeitet, kann nicht schnell anhalten, aber er behält genug Kraft, um die Geschwindigkeit im Gefälle ohne Überheizung von Rädern oder Bremsen zu bewältigen. Lokführer koordinieren Halteventildruck mit gelegentlichen Vollbremsungen zur sicheren Gefällebeherrschung. Das Ventil ist unverzichtbar bei Gefällen über 2 Prozent, wenn Nutzbremse (bei Elektrolokomotiven) oder Motorbremse nicht ausreichen.
Die Leistung des Halteventils hängt davon ab, dass die Dichtung im Ventilsitz dicht bleibt. Schmutz, Feuchte oder Korrosion in der Druckluft mindern die Dichtungsintegrität und lassen Druck am Ventil vorbeiströmen, wodurch seine Funktion aufgehoben wird. Regelmäßige Wartung des Druckluftbremssystems, einschließlich Entleerung von Wasserfallen und Wechsel von Trocknungsmittelpatronen, bewahrt die Ventilzuverlässigkeit. Einige Systeme nutzen einen kleinen Strainer vor dem Zylinder zum Schutz des Ventils.
Das Halteventil unterscheidet sich von einem einfachen Rückschlagventil dadurch, dass es eine dosierte Entlüftungsöffnung hat, was die Freigabe graduell statt augenblicklich macht. Je nach regionaler Eisenbahnpraxis und Ausrüstungsalter wird es auch Sperrventil, Halterventil oder unabhängiges Lösungsventil genannt. Moderne Druckluftbremssysteme erreichen ähnliche Ergebnisse manchmal mit Stufenventilen oder Proportioniergeräten, aber eigene Halteventile bleiben auf Güterbahnen und Bergstrecken Standard, wo steile Gefälle häufig sind.