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Glas und Keramik

Pontilnarbe

Englisch: pontil mark

Eine ringförmige oder unregelmäßige Narbe auf einem Glaserzeugnis von der Stelle, wo es mit einem Pontil oder Rohr verbunden war; häufig auf Flaschen vor den 1830er Jahren.

Pontilabdruck: die Signatur des Glasmachers auf deiner Flasche

Ein Pontilabdruck ist eine Narbe auf der Unterseite oder Seitenfläche eines Glasonjekts, wo während der Herstellung ein Pontil (eine massive Eisenstange) angebracht war. Die Marke ist typischerweise ein raues, unregelmäßiges Ring oder eine kreisförmige Vertiefung, manchmal mit einer gezackten Mitte, wo der Pontil vom erkaltenden Glas abgebrochen oder abgeschliffen wurde. Bei älteren Flaschen und Gefäßen findest du diese Marke oft auf der Unterseite; bei manchen Stücken, besonders solchen aus der Zeit, bevor ordentliche Pontil-Techniken verfeinert wurden, erscheint sie als prominente Beule oder unebene Stelle, wo der Pontil einfach abgeschlagen wurde, während das Glas noch heiß war.

Glasmacher verwendeten den Pontil, um ein Glasobjekt zu halten und zu stützen, während sie dessen Hals, Mündung oder andere Merkmale am Glasbläser-Ende formten. Nachdem der obere Teil bearbeitet war, wurde das Objekt auf den Pontil (die untere Eisenstange) übertragen, damit der Glasmacher die Oberseite fertigstellen konnte. Wenn das Stück genug abgekühlt war, um seine Form zu halten, wurde der Pontil scharf gedreht oder mit einem Werkzeug geschlagen, um ihn zu trennen. Der Aufprall hinterließ eine raue Narbe, und vor den 1830er Jahren glättete sie niemand routinemäßig. Bei mundgeblasenen Flaschen, die vor der weit verbreiteten Automatisierung hergestellt wurden, ist der Pontilabdruck nahezu universell.

Varianten und Datierungswert

Der Charakter eines Pontilabdrucks kann viel über die Produktionsepoche und Technik verraten. Frühe Abdrücke sind oft groß und roh, manchmal mit einer ausgeprägten Erhebung aus erkaltetem Glas, wo die Stange befestigt war. Mit wachsender Geschicklichkeit der Glasmacher wurden die Abdrücke kleiner und sauberer. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts verminderten Ausdrückungen (in die Unterseite eingeformte Vertiefungen) und verbesserte Pontil-Trennverfahren die Schwere der Marke. Offene Pontilabdrücke, bei denen die Narbe ein deutlicher Ring ist, deuten auf handgeblasene Herstellung hin; eine völlig glatte Unterseite zeigt üblicherweise maschinell gefertigtes oder gegossenes Glas ab 1900. Sammler und Archäologen nutzen Pontil-Merkmale als grobe Orientierungshilfe zur Datierung und Herkunftsbestimmung.

Ein scharfer, prominenter Pontilabdruck auf einer alten Flasche ist generell ein Zeichen von Authentizität und Handherstellung. Umgekehrt sollte das Fehlen einer solchen Marke auf einem Gefäß, das als früh-19. Jahrhundert handgeblasenes Glas ausgegeben wird, Verdacht erregen. Einige Reproduktionen versuchen, Pontilabdrücke nachzuahmen, aber sie entsprechen selten der zufälligen, gezackten Qualität echter Beispiele. Die Marke selbst schwächt das Glas nicht; sie ist rein kosmetisch und ein Nebenprodukt des Arbeitsvorgangs, kein Fehler.

Die moderne Glasherstellung hat den Pontilabdruck nahezu obsolet gemacht. Zeitgenössische Handblasproduzenten verwenden oft alternative Halteverfahren oder schleifen die Marke als Veredelungsschritt weg. Die industrielle Flaschenproduktion ist auf vollständig automatisierte Formsysteme umgestiegen, bei denen die Marke gar nicht erst entsteht. Der Pontilabdruck bleibt daher einer der deutlichsten visuellen Anhaltspunkte dafür, dass ein Glasstück durch direkte menschliche Arbeit und nicht durch mechanisches Pressen oder Blasen hergestellt wurde, und macht ihn für alle, die sich mit der Geschichte und Datierung von Glaswaren beschäftigen, von unschätzbarem Wert.

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