Bullion
Englisch: bullion
Die Narbe auf einem Glasteil, die von seiner Befestigung an einer Glasmacherpfeife herrührt.
Bullion: die Narbe an der Stelle, wo Glas auf die Eisenstange trifft
Ein Bullion ist die raue Stelle oder Narbe, die auf einem fertigen Glasteil dort zurückbleibt, wo es während der Herstellung von einer Griffstange, auch Punty oder Pontil genannt, gehalten wurde. Diese Eisenstange, meist mit einem kleinen Tropfen geschmolzenen Glases gespitzt, wird während der Formgebung angebracht und danach entfernt. Das Ablösen hinterlässt eine erhabene Beule oder eine Mulde, je nachdem wie sauber das Glas von der Eisenstange abbricht.
Bei der Flachglasherstellung, besonders bei Fensterscheiben und geblasenen Gefäßen, zeigt sich das Bullion als kreisförmige Vertiefung oder Erhebung auf einer Oberfläche. Bei Fenstern aus älteren Verfahren sitzt das Bullion oft in der Mitte der Scheibe und wurde während des Finish glattgeschliffen. Bei Glashohwaren, besonders bei Trinkgläsern und Dekorationsstücken, markiert das Bullion typischerweise die Basis oder den Boden des Objekts. Bei hochwertigen Arbeiten schleifen und polieren Glasproduzenten diese Stelle; bei Gebrauchsglas kann sie sichtbar bleiben.
Der Begriff Bullion bezieht sich in bestimmten regionalen Dialekten manchmal auch auf die Griffstange selbst, obwohl diese Verwendung weniger verbreitet ist. Größe und Schweregrad des Bullions hängen von der Temperatur ab, bei der die Griffstange entfernt wird, und davon, wie gezielt das Glas von der Eisenstange abgebrochen wird. Eine kalte Griffstange löst sich sauberer ab und hinterlässt eine kleinere Narbe als eine, die noch im warmen, plastischen Zustand weggezogen wird.
Das Herausschleifen des Bullions ist eine Nachbearbeitung, die bei Stücken durchgeführt wird, die zum Display oder Verkauf in höheren Qualitätsklassen bestimmt sind. Ein Schleifstein aus Karborundum oder eine Filzscheibe entfernt das erhabene Material und glättet die Mulde. Bei Massenware aus Tafelglas und Industrieglas ist das ungeschliffene Bullion Standardpraxis und wird von Endverbrauchern akzeptiert. Bei Laborglas und hochwertigem Stielglas wird jedoch vollständige Entfernung und Politur erwartet.
Das Wort Bullion stammt vom gleichen Wortstamm wie das Verb sieden, es bezieht sich auf die blubbernde oder kugelförmige Natur der geschmolzenen Glasmasse, die sich an der Spitze der Griffstange bildet. Es unterscheidet sich von anderen Glasfehlern wie Seeds (eingeschlossene Blasen) oder Stones (Einschlüsse ungefussten Materials), und es ist kein Fehler im Glas selbst, sondern eher ein unvermeidliches Nebenprodukt des Herstellungsvorgangs.