Frigger
Englisch: frigger
Von einem Glaser (später auch von anderen Handwerkern) hergestelltes Objekt, das als Schmuck, Muster oder Geschicklichkeitsprobe dient.
Frigger: persönliche Zierde oder Geschicklichkeitsprobe eines Glasmachers
Ein Frigger ist ein Objekt, das ein Glashersteller in seiner Freizeit oder in freien Momenten am Ofen anfertigt und dabei Reste oder Abfallglas verwendet. Anders als beauftragte Arbeiten entstehen Frigger zur persönlichen Zufriedenheit, als Geschenke oder als informelle Demonstrationen handwerklicher Fähigkeiten. Sie reichen von kleinen dekorativen Tieren und Briefbeschweren über Pfeifen und Miniaturschiffe bis hin zu rein bildhauerischen Formen. Der Glashersteller arbeitet am Läufer, dem Wärmeofen, und formt das Glas mit Hand werkzeugen: Pontils, Pinzetten, Scheren und Paddel.
Frigger erfüllen in der Werkstattkultur mehrere Funktionen. Sie dienen als Geschicklichkeitsprobe und ermöglichen dem Handwerker, Techniken außerhalb der Produktionszwänge auszuprobieren. Ein Glashersteller könnte einen Frigger anfertigen, um Meisterschaft in Farbmischung, Fadenziehen oder aufgesetzten Details zu zeigen. Sie dienten auch als informelle Qualitätskontrolle: wenn das Glas beim Frigger gut funktionierte, würde es auch für bezahlte Aufträge gut funktionieren. Historisch gesehen könnte ein Geselle einen Frigger anfertigen, um seine Kompetenz gegenüber Kollegen oder dem Meister der Werkstatt unter Beweis zu stellen.
Varianten und Materialien
Der Begriff "Frigger" gilt breit für verschiedene Glassorten. In einer Sodakalk-Werkstatt, die alltägliche Tafelware herstellt, könnte ein Frigger eine winzige Tierfigur oder eine gedrehte Briefbeschwere sein. In Bleikristall-Werkstätten zeigen Frigger oft die Brillanz und Farbe des Glases. Die Praxis erstreckt sich auf andere Handwerke: Keramiker fertigen Frigger an der Drehscheibe oder von Hand, Töpfer verwenden Tonreste. In allen Fällen zeichnet sich das Objekt durch seinen nicht kommerziellen Ursprung und die Freiheit aus, die es dem Hersteller gewährt.
Die Etymologie von "Frigger" ist unsicher. Einige Quellen verbinden es mit veralteten Dialektausdrücken mit der Bedeutung "herumfummeln" oder "spielen", was zum Sinn von informeller, eigenständiger Arbeit passt. Andere führen es auf "frig" zurück, einen alten Begriff für Routinearbeit oder Tändelei. Das Wort ist seit mindestens Anfang des 20. Jahrhunderts in englischen Glasmacher-Gemeinden belegt, obwohl die Praxis selbst viel älter ist.
Frigger nehmen einen wichtigen Platz in der Werkstattsoziologe ein. Sie werden selten verkauft; sie werden vom Hersteller behalten, als Geschenke an Kollegen verteilt oder gelegentlich an Museen gespendet. Ein guter Frigger demonstriert nicht nur handwerkliche Geschicklichkeit, sondern auch kreative Freiheit innerhalb der Zwänge der Heißglastechnik. In der modernen Studio-Glaskunst hat sich der Begriff manchmal auf jedes experimentelle oder persönliche Werk außerhalb von Auftragsarbeiten ausgedehnt, aber seine Kernbedeutung bleibt mit der Freizeit arbeit von Produktionsglasherstellen verbunden.