Presentity
Englisch: presentity
Eine Entität (meist eine Person), die Informationen über ihre Präsenz bereitstellt, also ob sie verfügbar und bereit zur Kommunikation ist.
Presentity: die Entität, deren Verfügbarkeitsstatus relevant ist
Eine Presentity ist eine Netzwerk-Entität, in der Regel ein Benutzer oder ein Gerät, das seinen aktuellen Verfügbarkeitsstatus und seine Bereitschaft zur Kommunikation veröffentlicht. In Telekommunikationssystemen ist die Presentity die Quelle der Präsenzinformation: Sie teilt dem Netz mit "Ich bin hier, online und erreichbar" oder "Ich bin abwesend" oder "Bitte nicht stören". Die Präsenzdaten fließen von der Presentity über einen Präsenzserver zu den sogenannten Watchers, die diesen Status abonnieren. Ohne eine Presentity, die das Signal erzeugt, gibt es nichts für die Präsenzinfrastruktur zu verteilen.
Der Begriff stammt aus den Präsenz-Erweiterungen des Session Initiation Protocol (SIP), standardisiert in RFC 3856 und verwandten Spezifikationen. In einem SIP-basierten System veröffentlicht eine Presentity ihren Status, indem sie PUBLISH-Anfragen an einen Präsenz-Agent sendet. Dieser Agent benachrichtigt dann alle Subscriber (sogenannte Watchers), die abonniert haben, um bei Statusänderungen der Presentity informiert zu werden. Ein einzelner Benutzer kann als eine Presentity fungieren, aber eine Person mit mehreren Geräten (Tischtelefon, Mobiltelefon, Softphone, Instant-Messaging-Client) kann durch mehrere Presentities vertreten sein, die jeweils ihren eigenen Verfügbarkeitsstatus berichten.
Präsenzinformation beschränkt sich nicht nur auf "online" oder "offline". Eine Presentity kann ihre aktuelle Aktivität, ihren Standort oder ihre Kommunikationspräferenz melden: verfügbar, abwesend, beschäftigt, in einer Besprechung, im Gespräch oder Bitte-nicht-stören. Einige Systeme integrieren Kalenderdaten, Standortdienste oder Gerätestatus; eine Presentity kann sich automatisch basierend auf Kalendereinträgen auf "in einer Besprechung" setzen oder auf "beschäftigt", wenn das Gerät einen aktiven Anruf erkennt. Diese kontextuellen Daten helfen Watchers (Kollegen, Manager, automatisierte Systeme) zu entscheiden, ob und wie sie Kontakt aufnehmen sollen.
Praktische Implementierung und Beschränkungen
In der Praxis wird eine Presentity als User Agent oder als Prozess im Namen des Benutzers implementiert. Ein SIP-Tischtelefon ist eine Presentity. Eine Mobile App, die ihre Netzwerkverbindung und Benutzeraktivität meldet, ist eine Presentity. Sogar ein Sprachpostfach oder ein automatischer Antwortdienst kann als Presentity fungieren und melden, dass der Benutzer nicht erreichbar ist, und eine alternative Kontaktmöglichkeit vorschlagen. Der Präsenzserver speichert die Daten der Presentity und aktualisiert sie; wenn eine Presentity keine Updates mehr sendet (keine PUBLISH-Nachricht innerhalb der Abonnement-Gültigkeitsdauer, typischerweise 3600 Sekunden), verfällt ihr Status und wird entfernt.
Die Unterscheidung zwischen Presentity und Watcher ist eindeutig: Eine Presentity veröffentlicht, ein Watcher abonniert. Allerdings spielt ein einzelner User Agent häufig beide Rollen gleichzeitig. Ihr Tischtelefon veröffentlicht Ihre Verfügbarkeit im System und abonniert gleichzeitig die Verfügbarkeit Ihrer Kollegen, damit Sie sehen können, wer online ist. Diese Doppelrolle ändert nichts an der Terminologie; das Telefon ist eine Presentity für seinen eigenen Status und ein Watcher für den Status anderer.
Die Zuverlässigkeit von Präsenzdaten hängt von der Bereitschaft und Fähigkeit der Presentity ab, sich zu aktualisieren. Ein Benutzer, der seinen Status manuell auf abwesend setzt, aber am Schreibtisch bleibt, erzeugt veraltete Präsenzinformationen. Präsenzsysteme enthalten oft Aktivitätserkennung (Tastatur, Maus, Touch-Input) oder Netzwerküberwachung, um den Status der Presentity automatisch zu aktualisieren. Unternehmens-Systeme können Ablaufrichtlinien durchsetzen und eine Presentity automatisch auf Offline-Status setzen, wenn keine Aktualisierung empfangen wird. Dies reduziert das Risiko, dass Präsenzinformationen einen Anrufer irreführen und versuchen lassen, jemanden zu erreichen, der nicht mehr verfügbar ist.