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Industrieelektronik

PS/2

PS/2-Anschluss, der serielle Eingabe-Ausgabe-Standard, der fuer IBM-PS/2-Tastaturen und Maeuse entwickelt wurde

PS/2: der Tastatur- und Mausanschluss, der eine Ära prägte

PS/2 ist ein sechspoliger Mini-DIN-Steckerstandard, der serielle Daten und Stromversorgung für Computereingabegeräte überträgt, am häufigsten für Tastaturen und Mäuse. Der Standard entstand 1987 aus IBMs Personal System/2-Linie, wo er die älteren fünfpoligen DIN-Tastaturbuchsen durch eine kleinere, zuverlässigere Schnittstelle ersetzte. Jeder PS/2-Port ist elektrisch unabhängig: Eine Tastatur verbindet sich mit einem Port, eine Maus mit einem anderen, obwohl beide identische Stecker und Pinbelegungen nutzen.

Der physische Stecker ist zylindrisch mit sechs Pins in einem 120-Grad-Versatzierungsmuster und misst etwa 8 Millimeter im Durchmesser. Pin 1 führt die Daten, Pin 3 ist Masse, Pin 4 liefert +5 V Gleichspannung bis zu 100 Milliampere, Pin 5 führt das Taktsignal, und die Pins 2 und 6 bleiben ungenutzt. Die Versatzauslegung verhindert versehentliches Einstecken inkompatiblener Geräte, allerdings konnten Benutzer einen PS/2-Stecker mit Gewalt in eine Standard-DIN-Buchse zwingen und dabei Kabel und Port beschädigen. Die Kommunikation erfolgt synchron und bidirektional mit etwa 10 bis 16 Kilobit pro Sekunde und ermöglicht es dem Host, Befehle an das Gerät zu senden sowie Scancodes oder Bewegungsdaten zu empfangen.

Früh entstanden zwei Varianten: die ursprüngliche Tastaturversion und die Mausversion, die sich nur in Firmware und Protokollinterpretation unterscheiden. Eine PS/2-Tastatur überträgt 8-Bit-Scancodes; eine PS/2-Maus überträgt relative Bewegung und Schalterzustand in Drei-Byte-Paketen. Viele Systeme enthielten einen PS/2-Splitter, einen passiven Y-Adapter mit einem männlichen Stecker und zwei weiblichen Anschlüssen, der es erlaubte, einen einzelnen Motherboard-Port für Tastatur und Maus gleichzeitig zu nutzen, obwohl elektrische Belastung die Signalqualität bei längeren Kabeln beeinträchtigen konnte.

Rückgang und Beständigkeit

USB verdrängte PS/2 ab Anfang der 2000er Jahre durch höhere Bandbreite, Hot-Swapping und bessere Stromversorgung. Die meisten Consumer-Systeme ließen den Port bis 2010 fallen. Allerdings setzen Industrie- und Legacy-Ausrüstungen weiterhin auf PS/2: mechanische Tastaturen in Fertigungsanlagen, Point-of-Sale-Systeme, Kioske und CNC-Steuerungspanele werden oft mit PS/2-Schnittstellen ausgeliefert, da diese einfach, robust und treiberlos sind. Der niedrige Stromverbrauch und der elektrisch ruhige Betrieb machten PS/2 auch in rauschempfindlichen Mess- und Steueranwendungen wertvoll.

Häufige Ausfallarten sind Pin-Korrosion, intermittente Kontakte durch Kabelbeugung an der Zugentlastung des Steckers und versehentliches Kurzschließen der Pins 1 und 5 (Daten und Takt), was sowohl das Peripheriegerät als auch den Host blockieren kann. Viele Industrieumgebungen lagern weiterhin PS/2-Peripherie und Adapterkabel, und Motherboard-Hersteller montieren PS/2-Header auch heute noch auf Industrie- und Embedded-Boards, obwohl Consumer-Boards sie vollständig aufgegeben haben.

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