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Bahntechnik

PSB

Abkuerzung fuer Power Signal Box, ein ferngesteuertes Stellwerk

Stellwerk: das automatisierte Nervenzentrum einer Eisenbahnstrecke

Ein Stellwerk ist eine zentrale Überwachungsstelle, an der geschulte Fahrdienstleiter Zugbewegungen auf einem Streckenabschnitt mit elektrischer oder elektronischer Ausrüstung steuern, anstatt mechanische Hebel und Verriegelungsrahmen zu bedienen. Das Stellwerk empfängt Informationen von fahrbahnseitigen Sensoren und Signalen, ermöglicht es Fahrdienstleitern, Fahrstraßen zu stellen und Signale durch Knopfdruck oder Bedienfeld freizugeben, und erzwingt Sicherheitsregeln automatisch durch elektrische Verriegelungslogik. Ein einzelnes Stellwerk kann Dutzende Kilometer Gleis, viele Weichen und mehrere Signalaspekte gleichzeitig kontrollieren.

Stellwerke entstanden im frühen zwanzigsten Jahrhundert, als Eisenbahnen zu groß und komplex für traditionelle mechanische Stellwerke wurden, um effizient zu arbeiten. Ein mechanisches Stellwerk konnte nur wenige Kilometer Strecke mit vielleicht zwanzig manuell betätigten Hebeln kontrollieren; ein Stellwerk mittlerer Größe kann die fünffache Entfernung bewältigen. Die elektrische Verriegelung verhindert, dass widersprüchliche Fahrstraßen gestellt werden, etwa zwei Züge auf denselben Gleisabschnitt zu leiten, ohne dass der Fahrdienstleiter jede Regel im Kopf behalten muss. Moderne Stellwerke nutzen Halbleitertechnik oder rechnergestützte Systeme, während ältere Anlagen elektrische Relais und lineare Kontaktanordnungen verwendeten.

Fahrdienstleiter am Stellwerk arbeiten von einem Bedienplatz aus, der ein Schaltbild des Streckenabschnitts auf einer Schaltflächentafel oder einem Bildschirm zeigt. Sie identifizieren ankommende Züge, überprüfen ihre geplanten Bewegungen und beantragen Fahrstraßenfreigabe im System. Das Drücken einer Fahrstraßentaste leitet eine Abfolge automatischer Hebeloperationen ein: Weichen bewegen sich in die richtige Lage, widersprüchliche Signale bleiben rot, und nur wenn die Fahrstraße vollständig gestellt und sicher ist, wird das Signal auf Grün gestellt. Alle Fahrstraßenstellungen werden protokolliert und bieten einen Nachweis jeder Bewegung für Betriebsüberprüfung und Unfallermittlung.

Stellwerke benötigen zuverlässige Stromversorgung, in der Regel mit Batterien oder Notstromaggregaten zur Aufrechterhaltung der Sicherheit bei Stromausfällen. Die Steuerkabel, die vom Stellwerk zur fahrbahnseitigen Ausrüstung (Weichenmotoren, Signallampen, Gleiskreise) führen, müssen vor Beschädigungen und Korrosion geschützt werden. Größere Anlagen können den kontrollierten Abschnitt auf zwei oder mehr Stellwerke aufteilen, mit Übergabeverfahren an der Grenze zur Abstimmung von Zugbewegungen über beide Bereiche hinweg.

Der Begriff "Stellwerk" unterscheidet diese Anlagen von mechanischen Stellwerken und älteren halbmechanischen Bauarten, die manuelle Hebel mit elektrischer Verriegelung nutzten. Einige Eisenbahnen betreiben mechanische Stellwerke noch auf schwach belasteten Stichstrecken, aber Stellwerke sind seit Jahrzehnten der Standard für Hauptstrecken. Ein Stellwerk ist nicht dasselbe wie eine Bahnübergangsanlage oder ein einfaches automatisiertes Signalsystem; es ist ein umfassendes Verkehrsleitsystem, das geschulte Fahrdienstleiter und regelmäßige Wartung komplexer Ausrüstung erfordert.

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