Puddelkugel
Englisch: puddle ball
Ungefähr kugelförmiges Stück zähflüssiges Schmiedeeisen aus dem Puddlelofen, das durch Hämmern oder Walzen zu Formen wie Puddlestäben verarbeitet wird.
Puddelkugel: rohes Schmiedeeisen aus dem Ofen, formfertig
Eine Puddelkugel ist die halbflüssige Masse von Schmiedeeisen, die aus einem Puddelbrenner nach dem Austreiben des Kohlenstoffs und der Verunreinigungen aus Roheisen entsteht. Sie ist nicht wirklich kugelförmig, sondern eher ein unregelmäßiger, teigartiger Klumpen mit einem Gewicht von typischerweise 50 bis 100 Pfund, je nach Brennergröße und Hitze. Die Oberfläche ist schwärzlich und rau; das Innere ist plastisch und faserförmig. Das ist das Arbeitsmaterial des Puddlers und des Hammerschmieds.
Der Puddelprozess selbst wurde in den späten 1700er Jahren entwickelt, um Schmiedeeisen ohne die Brennstoffverunreinigungen zu erzeugen, die beim Holzkohle-Verhütten entstehen. Im Flammenbrenner wird Roheisen in Kontakt mit einer oxidierenden Atmosphäre erhitzt, so dass Kohlenstoff, Silizium und Mangan abbrennen, während das Eisen im festen Zustand verbleibt. Mit fortschreitender Oxidation wird die Masse teigartiger und zusammenhängender und sammelt sich schließlich zu einer schwammigen Kugel, umgeben von geschmolzener Schlacke. Der Puddler zieht diese Kugel mit einer langen Eisenstange heraus und treibt dabei die Schlacke und überschüssige Verunreinigungen aus.
Nach der Extraktion ist die Puddelkugel zu schwach und porös für die direkte Verwendung. Sie muss durch wiederholtes Erhitzen und Hämmern verdichtet oder durch gerillte Walzen geführt werden, um die Faserstruktur zu verfestigen und eingeschlossene Schlacke auszutreiben. Diese Arbeitsgänge verringern die Porenbildung und richten die Eisenstruktur aus. Das Produkt dieser Bearbeitung ist der Puddelblocken, ein grob rechteckiger oder quadratischer Rohling, der zum Schmieden von Schienen, Stäben, Blechen oder anderen marktfähigen Formen geeignet ist. Ohne diese Bearbeitungsstufe bleibt die Puddelkugel brüchig und voller Schlackeneinschlüsse, die sie schwächen.
Der Begriff Puddel stammt von der Rührwirkung; die lateinische Wurzel bezieht sich auf die Umwälzung und Durchmischung. Der Name blieb in der englischen Industriefachsprache erhalten, lange nachdem die etymologische Verbindung aus dem alltäglichen Bewusstsein schwand. Ball ist lediglich eine Beschreibung seiner groben, klumpigen Form vor der Bearbeitung.
Puddelkugeln waren das Rohmaterial der Schmiedeeisenmühlen des 19. Jahrhunderts. Ab den 1870er und 1880er Jahren verdrängte jedoch das Bessemerverfahren und später der Siemens-Martin-Ofen das Puddeln als die vorherrschende Route zur Schmiedeeisenerzeugung. Das Verfahren blieb bis ins 20. Jahrhundert in Gebrauch, besonders in kleinen Mühlen und für Spezialarbeiten, die die besondere Kornstruktur des gepuddelten Eisens erforderten, wurde aber zunehmend marginalisiert. Heute ist Schmiedeeisen weitgehend ein Material für Restaurierungen und Puddelkugeln sind Objekte von historischem Interesse statt von industrieller Bedeutung.