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Fertigung

Racetracking

Englisch: racetracking

Situation, bei der Material nicht korrekt an der Formkante ausgerichtet ist und einen leeren Kanal hinterlässt.

Racetracking: wenn Schmelzstoff an der Formkante vorbeiläuft

Racetracking tritt auf, wenn geschmolzenes Polymer, Metall oder Verbundwerkstoff entlang der Kante einer Formhohlheit fließt, anstatt sie gleichmäßig zu füllen. Das Material nimmt den Weg des geringsten Widerstands und läuft parallel zur Trennebene oder Formwand, wobei ein dünner, ungefüllter Kanal oder eine Hohlstelle entsteht. Dieser Mangel tritt am häufigsten beim Spritzgießen und beim Druckgießen auf und zeigt sich als Nut oder Grat entlang der Kante des fertigen Teils.

Die Ursache liegt normalerweise in unzureichender Formschließkraft oder ungleichmäßiger Druckverteilung auf den Formhälften. Wenn sich die Formplatten auch nur um einige Hundertelstel Zoll trennen, entweicht Material in die Spalte und fließt als dünner Strom entlang des Umfangs. Schlechte Formgestaltung, wie unzureichende Belüftung, abrupte Übergänge in der Wanddicke oder falsch ausgerichtete Formelemente, kann den Fluss auch gezielt zu den Kanten statt in die Hohlheit selbst lenken.

Erkennung und Prävention

Racetracking ist nach dem Entformen leicht zu erkennen: Es erscheint eine flache, längliche Hohlstelle in der Nähe der Formkante, oft mit einem leichten Steg oder Flansch aus Material an einer Seite. Es unterscheidet sich von Gratbildung (dünnes Überschussmaterial), da der Kanal tatsächlich Material vermissen lässt, anstatt Überschuss zu haben. Teile mit Racetrack-Mängeln fallen bei Maßprüfungen durch und werden normalerweise aussortiert. Die Vermeidung erfordert Kontrolle der Formausrichtung, Erhöhung der Schließkraft, Verbesserung der Formbelüftung an den Rändern und Umgestaltung der Hohlheiten, um den Fluss zur Mitte hin zu fördern.

Der Begriff stammt vom Rennfahren, da das Material buchstäblich ein Rennen entlang der Bahn der Trennebene läuft und den kürzesten und einfachsten Weg nimmt, anstatt den vorgesehenen Weg in die Hohlheit zu folgen. Dies ist besonders problematisch bei dünnwandigen Teilen und großen flachen Hohlheiten, wo es schwierig ist, den Haltedruck gleichmäßig zu verteilen. Beim Spritzgießen von Thermoplasten lässt sich Racetracking oft durch Anpassung des Druckprofils und der Haltezeit korrigieren; beim Druckgießen von Aluminium oder Zink deutet es normalerweise auf die Notwendigkeit einer Werkzeugreparatur hin.

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