Bahnhofssignal
Englisch: railway signal
Ein visuelles oder mechanisches Gerät, das dem Lokomotivführer Anweisungen zur Fahrterlaubnis gibt oder vor Gefahren warnt
Eisenbahnsignal: gleisseitiger Befehl für Zugbewegung
Ein Eisenbahnsignal ist eine ortsfeste Anlage neben oder über dem Gleis, die Zugführern durch optische Bilder, Schallzeichen oder mechanische Stellung die Erlaubnis oder das Verbot zur Fahrt erteilt. Seine Grundaufgabe ist es, die Zugbewegung, den Abstand zwischen Zügen und die Sicherheit zu regeln, indem es dem Fahrer die Durchfahrt in einen Gleisabschnitt gestattet oder versagt. Im Gegensatz zu Straßenverkehrssignalen, die gleichzeitige Bewegungen an einer Kreuzung regeln, kontrollieren Eisenbahnsignale die aufeinanderfolgende Durchfahrt durch definierte Gleisabschnitte und sind für den Fahrer bindend; das Missachten eines Signals ist ein schwerer Sicherheitsverstoß.
Die beiden Hauptkategorien sind Formsignale und Lichtsignale. Formsignale verwenden einen drehbaren Arm oder Flügel, der zwischen unterschiedlichen Stellungen bewegt wird: horizontal (Halt), in 45-Grad-Winkel angehoben (Vorsicht) und vollständig senkrecht hochgestellt (Fahrt frei). Diese sind mechanisch mit gleisseitigen Hebeln verbunden und erfordern freie Sichtlinie, sind aber bei gutem Tageslicht eindeutig lesbar und sicher bei Fehler (der Arm fällt horizontal ab, ein sicherer Zustand). Lichtsignale zeigen Rot (Halt), Gelb oder Orange (Vorsicht) und Grün (Fahrt frei) durch elektrische Lampen im festen Signalkopf an und funktionieren zuverlässig in Dunkelheit und schlechter Sicht. Die meisten modernen Strecken nutzen ausschließlich Lichtsignale; Formsignale bleiben auf Museumsbahnen und einigen britischen Nebenbahnen erhalten.
Signalbilder und Gleisabschnitte
Das Aussehen eines Signals teilt nicht nur Halt oder Fahrt mit, sondern den Zustand des voraus liegenden Gleises. Ein grünes Signal bedeutet nicht, dass die Strecke bis zum nächsten Bahnhof frei ist; es bedeutet, dass der Fahrer mit der zulässigen Geschwindigkeit fahren darf, unter der Annahme, dass das nächste Signal vor Kollision schützt. Das Gleis wird in Abschnitte eingeteilt, oft Blöcke genannt, und nur ein Zug darf gleichzeitig einen Block besetzen. Signale stehen am Eingang jedes Blocks. Deshalb finden während einer Zugfahrt mehrfache Signalwechsel statt; jedes Signal übergibt die Kontrolle an das nächste. Auf Strecken mit automatischer Zugbeeinflussung (ATP) oder positivem Zugschutz (PTC) wird das Signalbild durch Fahrzeugausrüstung unterstützt, die Geschwindigkeitsbegrenzungen erzwingt oder Bremsen betätigt, wenn der Fahrer das Signal missachtet.
Signalausfallmodi sind betrieblich bedeutsam. Ein ausgefallenes Lichtsignal zeigt standardmäßig Rot und stoppt den gesamten Verkehr bis zur Reparatur oder bis ein manuelles Verfahren durchgeführt wird. Ein Formsignal mit festgestelltem Arm, wenn der Mechanismus blockiert, kann in jeder Stellung verbleiben; Betriebsregeln behandeln ein nicht ansprechendes Formsignal typischerweise als Haltesignal. Auf stark belasteten Strecken verursachen Signalausfälle erhebliche Verzögerungskaskaden, weil Züge auf Freigabe warten. Daher werden Signalsysteme nach strengen Sicherheitsstandards gewartet und Eisenbahnbetreiber investieren in Redundanz und Selbstprüfanlagen.
Die Bezeichnung reflektiert den bahntypischen Zweck des Signals: 'Signal' im älteren Sinne einer gezielten Mitteilung, unterschiedlich von der allgemeinen industriellen Wortverwendung. In der britischen Bahnterminologie werden Signale oft nach ihrer Lage oder Funktion benannt: 'home signal', 'starting signal', 'distant signal' oder 'shunt signal', jedes mit spezifischen Regeln über Abstände und welche Bewegungen es steuert. Das Vorsignal warnt vor dem Zustand des nächsten Hauptsignals und ermöglicht dem Fahrer, einen Halt vorauszusehen. Das Verständnis der Signalbenennung und der Signalbildregeln ist grundlegend für die Fahrerausbildung und die Sicherheitskultur jedes Bahnbetriebs.