Ramp Travel Index
Englisch: ramp travel index
Ein Maß für die Fähigkeit eines Geländefahrzeugs, seine Federung zu flexen.
Ramp Travel Index: Federungsflexibilität bewertet auf standardisierter Steigung
Der Ramp Travel Index (RTI) misst, wie viel die Federung eines Fahrzeugs komprimiert und ausfedert, während die Räder den Bodenkontakt behalten. Er wird als einzelne Zahl ausgedrückt, die sich aus der Fahrt des Fahrzeugs auf eine standardisierte Rampe ergibt, wobei der Winkel gemessen wird, in dem entweder das Chassis oder ein fester Punkt am Rahmen zuerst den Kontakt mit der Rampenfläche verliert. Höhere RTI-Werte deuten auf eine bessere Beweglichkeit und damit auf eine bessere Fähigkeit hin, auf unebenem Gelände die Bodenhaftung zu bewahren.
Die Messung wird mit einer Vorrichtung durchgeführt, die als Rampe oder Kippplattform bekannt ist. Das Fahrzeug wird auf eine geneigte Platte gefahren, die meist in einem festgelegten Steigungswinkel eingestellt ist, bis der Rahmen oder die Unterseite Kontakt mit der Rampenfläche hat, während mindestens ein Rad abhebt. Der Neigungswinkel in diesem Moment, kombiniert mit Messungen des Radstands und des Kontaktpunkts, ergibt die RTI-Zahl. Dieser Test spiegelt die Leistung in der Praxis auf Hindernissen wie Felsbrocken, Baumstämmen und Waschbrettpisten wider, wo die Federbewegung entscheidend dafür ist, ob das Fahrzeug mobil bleibt.
Der RTI ist besonders nützlich bei der Beurteilung von zweckgebundenen Offroad-Fahrzeugen, Militärfahrzeugen und Rock-Crawling-Plattformen, bei denen Bodenfreiheit und Federweg Designprioritäten sind. Ein Fahrzeug mit kurzem Radstand und großem Federweg im Verhältnis zu seiner Höhe erreicht einen höheren RTI als ein längeres oder steiferes Fahrzeug derselben Gesamtgröße. Die Kennzahl ist unabhängig von Leistung oder Reifenqualität und konzentriert sich rein auf die Geometrie und Nachgiebigkeit des Federungssystems.
Es gibt Varianten des Tests; einige verwenden Anfahrtswinkel und Abfahrtswinkel als ergänzende Messwerte, während andere die RTI-Berechnung je nach Fahrzeugklasse unterschiedlich gewichten. Die Aussagekraft des RTI ist dadurch begrenzt, dass er die Federsteifheit, Dämpfung oder Wankcharakteristiken nicht berücksichtigt und auch nicht die Leistung bei höheren Geschwindigkeiten oder auf anhaltendem rauem Gelände widerspiegelt. Ein Fahrzeug mit hohem RTI, aber schlechter Gewichtsverteilung oder schwacher Rahmenkonstruktion kann in der Praxis schlechter abschneiden als die Zahl vermuten lässt.
Der RTI ist am relevantesten für Käufer und Konstrukteure von Fahrzeugen für extremes Gelände. Bei straßentauglichen Fahrzeugen oder solchen mit leichter Federung wird die Kennzahl selten herangezogen. Der Begriff selbst spiegelt Ingenieurfachsprache wider und ist kein Vermarktungsjargon, weshalb er in der Offroad- und Militärfahrzeugbranche eine zuverlässige Vergleichsgröße darstellt, wo die Federartikulierung ein primäres Designkriterium ist.