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Kfz-Technik

Spikereife

Englisch: studded tire

Ein Reifen mit Gummi, der bei Minusgraden weich bleibt und mit Metallstiften (Spikes) ausgestattet ist, um die Bodenhaftung auf Eis zu verbessern, indem diese in das Eis eindringen.

Spikegreifen: Eisgriff durch eingepresste Metallstifte

Ein Spikegreifen ist ein Winterreifen mit einvulkanisierten gehärteten Metallstiften aus Stahl oder Wolframkarbid, die aus dem Laufflächenprofil hervorstehen und in Eisflächen eindringen. Die Spikes werden während der Vulkanisierung in das Profil eingebracht, nicht nachträglich aufgebracht. Auf Trockenpflaster oder blankem Asphalt bieten Spikes gegenüber normalen Winterreifen kaum Griffvorteil, aber auf Eisflächen und festgefahrenem Schnee liefern sie messbar kürzere Bremswege, die Eisbremsweg-Abstände teilweise um 25 bis 40 Prozent verkürzen, je nach Straßenzustand und Geschwindigkeit.

Spikes sind zylindrische Stifte, typischerweise 6 bis 8 Millimeter Durchmesser und 12 bis 16 Millimeter Gesamthöhe mit einer Spitzenhöhe von 1,5 bis 2 Millimetern. Wolframkarbid-Spikes halten erheblich länger als Stahl und halten 50.000 bis 100.000 Kilometer, während Stahlstifte 20.000 bis 40.000 Kilometer erreichen. Ein Winterreifen trägt je nach Profildesign und Einsatzzweck 60 bis 150 Spikes. Die Gummimischung selbst bleibt entscheidend: Spiker-Winterreifen nutzen weiche Elastomere mit hohem Kieselsäureanteil, um unter dem Gefrierpunkt flexibel zu bleiben, wenn Standardmischungen erstarren und den Grip verlieren.

Leistung und Haltbarkeit hängen von Spikehalt und Verschleiß ab. Spikes lösen sich durch Schläge und Reibung schrittweise ab, besonders wenn der Reifen lange auf Trockenpflaster fährt, wo die Metallstifte gegen Asphalt schleifen statt auf Eis zu arbeiten. Der Spikdruck auf Pflaster erzeugt eine Schleifwirkung, die zum Straßenverschleiß beiträgt; viele Länder beschränken Spiker auf bestimmte Wintermonate oder verbieten sie ganz und gleichen das durch verbesserte Schneeräumung und Anti-Eis-Behandlungen aus. Hersteller bieten mittlerweile Wechselspiker oder griffverstärkte Winterreifen an, die auf Eis fast an Spiker-Leistung heranreichen, dabei aber weniger Straßenschaden verursachen.

Zielkonflikte und regionale Verbreitung

Der Griffgewinn auf Eis kostet längere Bremswege auf nasser Fahrbahn und höheres Rollgeräusch. Spiker kosten auch 20 bis 40 Prozent mehr als vergleichbare Mehrjahreszeiten-Winterreifen. Die Nutzung ist in Kanada, Skandinavien und der nördlichen USA ganzjährig erlaubt, verboten oder beschränkt aber in weiten Teilen Westeuropas, Japan und gemäßigten Gegenden mit sporadischer Eisbildung. In Übergangsklimazonen müssen Fahrer und Flottenbetreiber den echten Sicherheitsgewinn an Eistagen gegen Lärmbelastung, Kosten und behördliche Vorgaben in wärmeren Monaten abwägen.

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