SpracheEnglishDeutsch
Textiltechnik

Kamm

Englisch: reed

Kammartiger Teil eines Schlägels zum Schlagen des Schusses beim Weben.

Blatt: das Weberkamm zum Schlag des Schussfadens

Ein Blatt ist ein flacher, steifer Kamm aus parallel angeordneten Stahldrähten oder Bambusleisten, die vertikal in einem Holz- oder Metallrahmen befestigt sind. Es hängt im Schlagwerk (dem schwingenden Arm) des Webstuhls und treibt den neu eingelegten Schussfaden gegen die Gewebekante. Jede Drahtöffnung, genannt Loch, verteilt die Kettfäden gleichmäßig und führt sie, während die Spule vorbeifährt. Das Blatt steuert somit sowohl die Kettdichte als auch die Kraft beim Schusseintrag.

Das Blatt wird nach der Lochzahl spezifiziert, der Anzahl der Drähte pro Längeneinheit. Ein 40er-Blatt hat 40 Drähte pro Zoll; ein 100er-Blatt hat 100 pro Zoll. Feinere Gewebe benötigen höhere Lochzahlen. Die Drähte selbst sind in der Regel gehärteter Stahl und haben einen Abstand von 0,025 Zoll (0,635 mm) bis 0,05 Zoll, je nach Blattspezifikation. Die Rahmenbreite muss der Webstuhltuchbreite entsprechen, und Blätter sind nicht zwischen Webstühlen unterschiedlicher Breiten austauschbar.

Jedes Loch muss vor Beginn des Webens mit Kettfaden bestückt werden, üblicherweise zwei Fäden pro Loch beim Köperbindung, variiert aber je nach Gewebeart. Ein gebrochener oder verbogener Draht setzt den Webstuhl still, weil der Schussfaden nicht sauber durchlaufen kann; verbogene Drähte hinterlassen Fehler im Gewebe. Blätter verschleißen ungleichmäßig dort, wo die Schlag-Belastung am größten ist, typischerweise in der Webstuhmmitte, weshalb sie nach vielen tausend Schlägen ersetzt werden müssen.

Varianten und die Namensfrage

Bambusblätter, günstiger und flexibler, kommen auf älteren oder langsam laufenden Webstühlen zum Einsatz. Moderne Hochgeschwindigkeitsblätter bestehen aus Stahl mit gehärteten Drähten. Einige Blätter haben variable Lochabstände, um Spezialeffekte zu erzeugen. Der Begriff 'Blatt' leitet sich vom Altengischen ab, wahrscheinlich verwandt mit Schilfgräsern, da die parallelen Drähte optisch Schilfhalmen ähneln. Bei der Köperbindung treibt ein einzelnes Blatt sowohl die Verteilung als auch den Schlag an; bei komplexeren Bindungen können Hilfsblätter eingesetzt werden.

Das Blatt sitzt im Herzen der Webstuhleistung. Ein verschlissenes oder falsch justiertes Blatt erhöht die Kettfadenbeschädigungen und zwingt zu langsameren Laufgeschwindigkeiten. Die Blattwahl bestimmt die Qualität der Gewebekanten und die Verteilung der Kettspannung. Weber und Webstuhltechniker müssen Blätter regelmäßig auf Drahtschäden und Ausrichtung prüfen, denn ein Blatt, das mit dem bloßen Auge gerade aussieht, kann verdreht genug sein, um die Gewebequalität deutlich zu beeinträchtigen.

Mehr aus Textile production

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.