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Optik und Bildgebung

auflösen

Englisch: resolve

Die einzelnen Teile von etwas sichtbar oder unterscheidbar machen.

auflösen: zwei dicht beieinanderliegende Dinge wie zwei getrennte Dinge erscheinen lassen

Auflösen bedeutet, zwei benachbarte oder sich überlappende Objekte in einem optischen Bild zu trennen und als unterscheidbar darzustellen. Ein Mikroskop löst Zellen auf; ein Teleskop löst Doppelsterne auf; eine Kamera löst Kleindruck auf. Ohne Auflösungsvermögen verschwimmen nahe Strukturen zu einem unscharfen Fleck. Mit Auflösungsvermögen erscheinen sie als getrennte Objekte. Das hat nichts mit Vergrößerung zu tun, die alles gleichmäßig vergrößert. Auflösungsvermögen ist die Fähigkeit, Dinge auseinanderzuhalten.

Die Grenze des Auflösungsvermögens wird durch die Wellenlänge des verwendeten Lichts und die Öffnung des optischen Systems festgelegt. Das Rayleigh-Kriterium, ein Standardmaß, besagt, dass zwei Punktquellen gerade noch aufgelöst sind, wenn das Zentralmaximum des einen Beugungsmusters auf das erste Minimum des anderen fällt. Bei sichtbarem Licht (ungefähr 400 bis 700 Nanometer) und einem typischen Mikroskopobjektiv liegt die praktische Grenze bei etwa 0,2 Mikrometer. Kürzere Wellenlängen wie Ultraviolett oder Röntgenstrahlen ermöglichen feinere Auflösung. Größere Öffnungen verbessern sie ebenfalls, weshalb astronomische Teleskope riesige Spiegel haben.

Varianten und Messung

In der Mikroskopie kombiniert die numerische Apertur (NA) Objektivqualität und Arbeitsabstand, um das Auflösungsvermögen zu definieren. Ein hochwertige Öl-Immersionsobjektiv könnte 0,1 Mikrometer erreichen; ein schwaches Objektiv kann das nicht. Bei Bildsensoren wird die Auflösung oft in Megapixel oder Linien pro Millimeter angegeben, aber Pixelanzahl allein garantiert kein echtes optisches Auflösungsvermögen; ein schlechtes Objektiv verschwendet Pixel. Elektronenmikroskope lösen im Nanometerbereich und darunter auf, weil Elektronen eine viel kürzere de-Broglie-Wellenlänge haben als sichtbare Photonen.

In der Spektroskopie bedeutet Auflösungsvermögen die Fähigkeit, dicht nebeneinander liegende Wellenlängen oder Frequenzen zu unterscheiden. Ein Spektrograph mit hohem spektralem Auflösungsvermögen kann schmale Emissionslinien trennen, die ein rohes Gerät zusammenfassen würde. Das gleiche Prinzip gilt: nur eine feine Auflösung erzeugt unterschiedliche Signale.

Nutzer verwechseln oft Auflösungsvermögen mit Schärfe, Fokus oder Signal-Rausch-Verhältnis. Ein scharfes, fokussiertes Bild kann dennoch Feinstrukturen nicht auflösen, wenn das optische System nicht über ausreichend Öffnung oder Wellenlänge verfügt. Umgekehrt kann ein gut aufgelöstes Bild körnig oder verrauscht wirken, wenn die Empfindlichkeit schlecht ist. In der Praxis bestimmt das Auflösungsvermögen, was Sie sehen können; andere Faktoren entscheiden, ob Sie es gut sehen.

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