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Optik und Bildgebung

Auflösungsvermögen

Englisch: resolvance

Die Fähigkeit einer Linse oder optischen Vorrichtung, kleine Details sichtbar zu machen.

Auflösungsvermögen: wie fein eine Linse tatsächlich Details unterscheiden kann

Auflösungsvermögen ist die quantifizierbare Fähigkeit eines optischen Systems, zwei eng beieinander liegende Objekte oder Strukturen als getrennt und nicht verschwommen überlagert zu unterscheiden. Es ist ein zahlenmäßig ausgedrücktes Maß für die Auflösungsleistung, typischerweise in Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm) bei Fotografie-Objektiven oder in Mikroradian bei Teleskopen und Mikroskopen. Eine Linse mit hohem Auflösungsvermögen kann feinere Details unterscheiden; eine mit niedrigem Auflösungsvermögen verschwimmt nahe beieinander liegende Punkte zu einem einzigen Fleck.

Das Konzept basiert auf dem Rayleigh-Kriterium, das besagt, dass zwei Punktquellen gerade noch aufgelöst sind, wenn das Zentralmaximum des einen Beugungsmusters auf das erste Minimum des anderen fällt. Bei einer kreisförmigen Apertur hängt dieser minimale Trennungswinkel von Wellenlänge und Apertur-Durchmesser ab. Längere Wellenlängen und kleinere Aperturen verringern das Auflösungsvermögen; kürzere Wellenlängen und größere Aperturen verbessern es. Ein Mikroskopobjektiv mit numerischer Apertur 0,9 kann unter sichtbarem Licht Punkte mit einem Abstand von etwa 250 Nanometern auflösen, während eine Version mit numerischer Apertur 1,4 das auf unter 200 Nanometer drückt.

Praktische Grenzen des gemessenen Auflösungsvermögens

Angegebene Auflösungswerte von Herstellern beschreiben die theoretische Leistung unter idealen Bedingungen: perfekte Kollimation, keine Aberrationen, keine Vibrationen, optimaler Kontrast. Das Auflösungsvermögen in der Praxis ist fast immer geringer. Sphärische Aberration, Koma und Astigmatismus beeinträchtigen alle den Kontrast bei feinen räumlichen Frequenzen. Beugung durch eine Blende begrenzt das Auflösungsvermögen unabhängig von der Linsengüte. Atmosphärische Turbulenz bei Teleskopen, thermische Drift bei Mikroskop-Tischen und Sensor-Rauschen in Kameras reduzieren alle das Auflösungsvermögen, das auf der Werkbank tatsächlich zählt.

Auflösungsvermögen ist nicht dasselbe wie Vergrößerung. Ein schwach vergrößerndes Objektiv kann gutes Auflösungsvermögen haben; ein stark vergrößertes Bild aus einem schlechten Objektiv zeigt einfach Unschärfe vergrößert. Diese Unterscheidung ist in der Mikroskopie wichtig, wo Benutzer manchmal übervergrößern, um Detail zu sehen, das das Objektiv tatsächlich gar nicht auflösen kann. Ebenso kann ein Teleskop-Okular ein lichtschwaches, kontrastarmes, durch Rayleigh begrenzt aufgelöstes Bild vergrößern, ohne das Winkel-Auflösungsvermögen des Primärspiegels oder Objektivs zu verbessern.

Der Begriff wird am formellsten in der optischen Metrologie, Mikroskopie und weltraum-gestützten Abbildung verwendet, wo Auflösungsvermögen-Angaben Kaufentscheidungen und Systemdesign bestimmen. In Fotografie und Kinematografie erscheinen ähnliche Konzepte unter Begriffen wie Schärfe, Acutance oder Modulationstransferfunktion (MTF), die die Kontrast-Antwort über räumliche Frequenzen messen, anstatt die binäre Rayleigh-Trennungsgrenze zu betrachten.

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