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Fertigung

Rippe

Englisch: rib

Eine erhabene Erhebung in Strickstoffen oder Geweben.

Rippe: die erhabenen Grate, die Strickware Dehnbarkeit und Struktur verleihen

Eine Rippe ist ein durchgehender erhabener Grat, der sich längs in Strickware zieht und durch abwechselnde Spalten aus Rechts- und Linksmaschen entsteht. Die Rechtsmaschen bilden die erhabenen Teile, während die Linksmaschen dazwischen sitzen und eine ausgeprägte vertikale Textur schaffen. Diese Struktur wird beim Stricken gezielt in das Gewebe eingearbeitet, um Elastizität, Formbeständigkeit und eine charakteristische haptische Oberfläche zu erzeugen.

Die häufigsten Rippenmuster sind 1x1 (eine Rechtsmasche, eine Linksmasche), 2x2 (zwei Rechts, zwei Links) und 2x1 (zwei Rechts, eine Links). Diese Verhältnisse bestimmen die Breite und Wirkung der Grate. Eine 1er-Rippe erzeugt feine, eng beieinander liegende Grate, die in eng anliegenden Stücken wie Pullovermanschetten und Kragenbündchen verwendet werden. Breitere Verhältnisse wie 2x2 erzeugen kräftigere, dehnbarere Gewebe, die sich für Körperteile eignen, die Dehnungsrückgang benötigen. Die Maschenweite (Maschen pro Zoll) und das Garngewicht beeinflussen dramatisch, wie ausgeprägt die Rippe wirkt und wie viel seitliche Dehnbarkeit sie bietet.

Rippen sind Standard beim Finishen von Strickware, weil sie Gewebe natürlicherweise straffen und nach dem Strecken besser in Form zurück kommen als glatte Krausware. Ein geripptes Bündchen an einem Pullover oder Hosenbein behält seine Form nach wiederholtem An- und Ausziehen und nach Wäschen. Thermische Unterwäsche und Sportbekleidung verwenden oft Rippen, um den Stoff am Körper zu halten, ohne einzuengen. Bei Flachstrickmaschinen verlaufen die Rippen senkrecht zur Kante; bei Rundstrickmaschinen spiralisieren sie kontinuierlich um das Rohr.

Probleme bei der Rippenproduktion sind Rippenkräuselung, bei der Kanten sich nach innen krümmen wegen des Spannungsunterschieds zwischen Rechts- und Linksspalten, und Rippenschiefe, bei der eine Seite der Grate durch Maschinendruck oder verschlissene Nadelbetten locker oder fest wird. Läufer (fallen gelassene Maschen) in Rippen sind besonders sichtbar, weil sie das regelmäßige Muster über die Breite des Grats unterbrechen. Der Feuchtigkeitsgehalt ist auch wichtig: Ist das Garn zu trocken, werden Rippen spröde und anfällig für Risse bei Finishprozessen.

Der Begriff Rippe leitet sich wahrscheinlich von der visuellen Ähnlichkeit mit Skelettrippen ab: erhabene parallele Strukturen mit Tälern dazwischen. Im Fachgebrauch wird Rippenstrick nicht nur auf fertige Kleidungsstücke angewendet, sondern auch auf Zwischenkomponenten, die an Zuschnitt- und Nähbetriebe verkauft werden. Maschinell gestrickte Rippenstücke für Ärmel, Bünde und Manschetten werden oft auf speziellen Rippenmaschinen hergestellt und dann separat an Montageanlagen verpackt und verschickt.

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