Ringkopfwerkzeug
Englisch: ringhead
Schneidwerkzeug oder Werkzeuggruppe mit einem kreisförmigen Kopf, in dem mehrere Schneidmesser oder Klingen in Ringformation angeordnet sind.
Ringhead: ein Schleifkopf mit kreisförmig angeordneten Messern
Ein Ringhead ist ein rotierendes Schneidwerkzeug in Holzbearbeitungsmaschinen, das üblicherweise auf einer Spindel montiert ist. Mehrere Messerklingen sind dabei radial um einen kreisförmigen Körper angeordnet. Die Messer zeigen nach außen und unten und schneiden gleichzeitig während der Kopf dreht. So entsteht in einem Durchgang eine fertige Oberfläche, typisch bei Hobelmaschinen, Feinhobelmaschinen und Kantenbeschichtungsmaschinen, wo es auf Geschwindigkeit und Oberflächenqualität ankommt.
Der kreisförmige Körper aus Stahl oder Aluminium-Legierung nimmt je nach Maschinenausführung und erforderlicher Schnittbreite zwischen 4 und 12 Messer auf. Jedes Messer sitzt in einer Tasche oder einem Schlitz und wird durch einen Keil, eine Schraube oder einen Schnellwechselmechanismus gesichert. Industrielle Ringheads drehen sich mit Drehzahlen zwischen 2.000 und 10.000 Umdrehungen pro Minute; höhere Drehzahlen bei kleineren Maschinen erzeugen feinere Oberflächen, erzeugen aber mehr Hitze und Lärm. Die Messer selbst bestehen üblicherweise aus Schnellstahl (HSS) oder sind hartmetallbestückt; Hartmetall wird in der Serienproduktion wegen seiner Verschleißfestigkeit und Schneidkantenhaltbarkeit bevorzugt.
Einstellung und Wartung
Die Messerpositionierung ist entscheidend: jede Klinge muss relativ zur Schnittkante am äußeren Ringdurchmesser auf exakt die gleiche Höhe eingestellt sein, üblicherweise auf 0,1 mm genau, sonst entsteht eine geriffelte oder unebene Ausgangsfläche. Das geschieht vor dem Einbau mit einer Einstelllehre oder Lehre. Da die Messer im Ring angeordnet sind, hinterlassen sie bei konstanter Vorschubgeschwindigkeit eine leichte spiralförmige oder helixartige Spur auf dem Werkstück; das ist in fertig bearbeiteten Teilen kaum wahrnehmbar, aber bei starker Vergrößerung sichtbar. Stumpfe Messer verursachen Brandspuren, Ausrisse und erhöhten Stromverbrauch; Nachschleifen oder Austausch ist notwendig, wenn die Oberflächenqualität nachlässt.
Ringheads werden Profilwalzen oder geformten Schneidern vorgezogen, um gerade Kanten, Fase, Rundungen und Nuten in Vollholz herzustellen. Sie vertragen kleine Schwankungen in der Holzdicke besser als Festprofilwerkzeuge, weil die Drehbewegung und die vielen Messer Unebenheiten ausgleichen. Weichholz bearbeitet sich bei höheren Vorschüben sauber; dichtes Hartholz erfordert niedrigere Vorschübe und schärfere Messer, um Brandspuren zu vermeiden.
Der Begriff Ringhead unterscheidet dieses Werkzeug von Profilwalzen, die eine geformte Kontur haben, und von Einzel-Sägeblättern. In Industriebetrieben sind Ringheads an Vier-Kant-Hobelmaschinen, Kantenschleifern und speziellen Feinhobelmaschinen anzutreffen. Sie stellen eine Mittelposition dar zwischen schnelllaufenden Spindelwerkzeugen und großformatigen Werkzeugkopfbaugruppen: einfacher als eine komplette Spindeleinheit, vielseitiger als ein festes Messer, und schnell genug für Serienproduktion.