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Fertigung

Riffeln

Englisch: ripple

Werkzeug mit kammähnlichen Zähnen zum Entfernen von Samen und Samenhülsen von Flachs, Quirlgras und ähnlichem.

Riffeln: kammartiges Werkzeug zum Entfernen von Samen aus Faserpflanzen

Eine Riffel ist ein feststehender Kamm mit eng beieinander liegenden Zähnen, üblicherweise aus Stahl oder Eisen, zum Auskämmen von Samen und Samenhülsen aus geernteten Faserpflanzen wie Flachs, Hanf und Fasersorghum. Der Arbeiter zieht Bündel der getrockneten Pflanze in einer Bewegung durch die Zähne, die Samenstände fangen und entfernen sich, während die langen Fasern relativ sauber hindurchgehen. Es ist ein einfaches mechanisches Werkzeug, das sich über Jahrhunderte hinweg kaum verändert hat und überall dort anzutreffen ist, wo Naturfasern von Hand verarbeitet wurden.

Die Zähne einer Riffel sind parallel, starr und so eng beieinander angeordnet, dass sie die Samenbehälter erfassen, ohne die Faserstränge selbst zu beschädigen. Riffeln werden üblicherweise auf einem Holzgestell oder einer Werkbank in Brusthöhe montiert, mit den Zähnen nach oben in leichtem Winkel. Die Zahnteilung und der Zahndurchmesser variieren je nach verarbeiteter Pflanze; Flachsriffeln haben feinere Zähne als solche für grobere Fasern wie Hanf. Das Werkzeug wird manchmal auch Riffler oder Samenkamm genannt.

Die Bedienung erfordert Geschick. Zieht man zu langsam, trennen sich die Samen nicht sauber; zieht man zu schnell, verfangen sich die Fasern oder reißen. Das Bündel muss in der richtigen Winkelposition gehalten werden, damit die Schwerkraft die gelockerten Samen abtransportiert. In der gewerblichen Flachs- und Hanfproduktion vor der Verbreitung mechanischer Dekortierer war das Riffeln häufig Frauenund Kinderarbeit, da es Geschicklichkeit statt Kraft erforderte. Die Arbeit erzeugte erhebliche Mengen Staub und Spreu, ein gesundheitliches Risiko.

Die Riffel wurde weitgehend durch mechanische Schüttelsiebe, Klopfmaschinen und Dekortierer verdrängt, die die Arbeit schneller und gleichmäßiger erledigen. Kleinproduzenten von Spezialgefasern, Handwerksbetriebe im Bereich traditioneller Techniken und botanische Forschungseinrichtungen verwenden Riffeln jedoch weiterhin für Pflanzen wie Flachs und Nessel. Das Werkzeug bleibt praktisch für die Chargenfertigung, wo sich die Arbeitskosten für eine Mechanisierung nicht lohnen würden.

Das Wort Riffel könnte vom Niederdeutschen oder Niederländischen stammen und mit Kämmen oder Kratzen verwandt sein. In einigen Regionen hieß das Werkzeug Rippe oder Rep, was vermutlich demselben Ursprung zuzuordnen ist. Die Riffel nimmt bei der Faservorbereitung eine Mittelposition ein: rauer als einfaches manuelles Auslesen, aber schonender und weniger verschleißend als frühe mechanische Brecher.

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