Straßenlok-Zusatzmodul
Englisch: road slug
Eine Art Zusatzmodul für Lokomotiven, das als Teil einer regelmäßigen Lokomotive für den Straßengüterverkehr ausgelegt ist.
Road Slug: angetriebene Rangierhilfe, die dauerhaft in einem Güterzug gekuppelt fährt
Ein Road Slug ist eine angetriebene Hilfslokomotive, die dauerhaft gekuppelt innerhalb eines Güterzuges auf der Hauptstrecke eingesetzt wird. Anders als eine normale Lokomotive hat er keine Führerstube, keine Steuerung und kann nicht unabhängig fahren. Er kuppelt direkt in den Zugverband ein und bezieht Kraft und Befehle von der führenden oder mittigen Steuerlok über Druck- und Stromleitungen. Der Road Slug dient einzig dazu, mehr Zugkraft zu erzeugen, wenn Gewicht und Steigungen das erfordern, ohne die Kosten und Komplexität einer zweiten vollwertigen Lokomotive.
Road Slugs werden auf Diesel-Elektrik- oder Elektroantrieb gebaut und auf einem Rahmen von typisch 40 bis 50 Fuß Länge montiert. Sie haben einen Fahrtmotor, Untersetzungsgetriebe und Radsätze, verzichten aber auf die Führerstube, die dynamische Bremse und den unabhängigen Luftkompressor einer Standardlok. Die einfachsten Ausführungen nutzen einen Gleichstrommotor, der vom Generator der Führungslok gespeist wird. Neuere Ausführungen haben Wechselstrom-Fahrtmotoren, die über Distributed-Power-Kabel (DP-Kabel) versorgt werden. Diese elektrische Abhängigkeit bedeutet: Der Road Slug kann einen Zug nicht selbstständig in Bewegung setzen oder fahren. Er ist reine Hilfskraft.
Der Begriff Slug stammt aus der Frühzeit des 20. Jahrhunderts, als auf schweren Steigungen eine kleine, unpowered Achsgruppe mechanisch gekuppelt wurde, um Radschlupf und Verschleiß zu reduzieren. Die angetriebene Variante entstand mit der Verbreitung von Elektrifizierung und Diesel-Elektrik-Antrieben, die es der Hilfslok ermöglichten, Kraft aus der Stromversorgung des Zuges zu beziehen. Der Begriff Road unterscheidet ihn von Yard Slugs, die ähnlich arbeiten, aber im Rangierbetrieb und in kurzen Industriestrecken eingesetzt werden.
Road Slugs werden in der Zugmitte oder paarweise eingestellt, wenn Gewicht und Gefälle ihren Einsatz rechtfertigen. Sie sind vor allem auf nordamerikanischen Güterbahnen verbreitet, besonders auf Kohle-, Erz- und Container-Strecken mit durchgehenden Steigungen über 1 Prozent. Die Anschaffungskosten betragen etwa 40 bis 60 Prozent einer vergleichbaren Lok, und der Kraftstoffverbrauch ist gering, da nur das vom Generator der Führungslok Verfügbare abgerufen wird. Allerdings braucht man kompatible Elektroausrüstung und Mannschaften, die Distributed-Power-Betrieb verstehen. Das begrenzt den Einsatz auf gut ausgerüstete Streckenabschnitte.
Die betrieblichen Grenzen sind real. Road Slugs können Bremsenergie nicht zurückgewinnen und können nicht als einzelne Lok fahren. Wenn sie abgekuppelt werden, müssen sie geschleppt werden. Fällt die Stromversorgung der Steuerlok aus, ist der Slug kraftlos. Ältere Slugs ohne Führerstube schaffen auch Sicherheitsrisiken: Sie haben keine unabhängigen Luftsysteme und können nicht sicher vom Zug getrennt werden. Moderne DP-ausgerüstete Slugs mindern einige Risiken durch redundante Stromleitungen, bleiben aber Spezialwerkzeuge für schwere Strecken, keine Allzwecklokomotiven.