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Schiffbau und Werft

Ankertau

Englisch: rode

Das Tau von einem Schiff zu seinem Anker.

Ankerkette: das Seil, das dein Schiff an Ort und Stelle hält

Eine Ankerkette ist die komplette Vorrichtung, die ein Schiff mit seinem Anker verbindet. Sie besteht aus Kette, Seil oder einer Kombination aus beiden. Sie federt Stoßlasten von Wind und Gezeitenströmungen ab, verhindert, dass das Schiff abdriftet, und muss stark genug sein, um das Schiff auch bei schwerem Wetter sicher zu halten. Die Ankerkette wird beim Ankern von einer Winde oder einem Ankerspill ausgefahren und beim Auslaufen wieder eingeholt.

Die meisten modernen Handelsschiffe verwenden Vollkettenkabel, da Kette stärker ist, nicht durch Reibung beschädigt wird und dem Verschleiß durch felsigen oder rauen Untergrund widersteht. Kleinere Schiffe und manche Segelschiffe nutzen Nylonseile als Ankerkette, die leichter sind und bessere Stoßdämpfung bieten, aber mehr Ausfahrlänge brauchen, um die Haltekraft zu erreichen. Eine Kombinationskette verbindet Seil an der Oberfläche mit Kette beim Anker und vereint so Gewicht und Elastizität. Der Durchmesser der Ankerkette hängt von der Schiffsgröße und dem erwarteten Untergrund ab; ein 50-Meter-Frachtschiff könnte 12 mm Kette führen, während ein 200-Meter-Massengutfrachter 28 mm oder größer braucht.

Die ausgefahrene Kettenlänge heißt Ausfahrlänge und wird als Verhältnis zur Wassertiefe angegeben. In geschützten Ankerplätzen ist eine Ausfahrlänge von 3:1 (drei Meter Kette pro Meter Wassertiefe) üblich; in offenen Gewässern oder schwerem Wetter fahren Crews 5:1 oder mehr aus, um den Zugwinkel auf den Anker zu vergrößern und das Bruchrisiko zu senken. Zu wenig Ausfahrlänge führt dazu, dass die Kette steil nach oben zieht, was die Haltekraft vermindert und zum Rutschen des Ankers oder zum Kettenbruch führen kann.

Verschleiß und Ausfallarten

Stahlketten korrodieren durch Salzwasser und elektrolytische Prozesse und müssen regelmäßig kontrolliert und verschlissene Glieder ersetzt werden. Schäkel, die Kettenglieder verbinden, können festsitzen oder ausfallen, wenn sie nicht ordnungsgemäß gewartet werden. Seile verschleißen dort, wo sie durch das Ankerfenster (die Öffnung im Deck) laufen, und bauen durch UV-Strahlung ab; sie müssen auf Schimmel, zerrissene Fasern und Verlust der Schlagwicklung überprüft werden. Anker können sich von der Kette losreißen, wenn diese an Unterwasserhindernissen hängen bleibt oder wenn das Schiff durch wechselnde Gezeitenströmungen plötzlich schwenkt.

Der Begriff "Ankerkette" stammt aus dem Altenglischen und Altnordischen und bedeutet "sich ausspannen" oder "sich erstrecken". Er erscheint in Schifffahrtsaufzeichnungen mindestens seit dem 17. Jahrhundert. Heute bleibt die Ankerkette eine der wichtigsten Ausrüstungen eines Schiffes, und ihr Ausfall bei schwerem Wetter hat zu Strandungen und Kollisionen geführt. Versicherungsgutachten und Flaggenstaatverordnungen schreiben Mindestbruchfestigkeiten und Wartungsintervalle für Ankerketten vor, je nach Schiffstonnage und Fahrtgebiet.

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