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Schiffbau und Werft

MS

Abkürzung für Motor Ship.

MS: Handelsschiff mit Dieselmotoren angetrieben

Ein MS oder Motorschiff ist ein Fracht- oder Passagierschiff, das von Verbrennungsmotoren statt von Dampfturbinen oder Segeln angetrieben wird. Der Begriff unterscheidet diese Schiffe von älteren dampfbetriebenen Schiffen (SS) und Seglern. Die meisten modernen Handelsschiffe sind Motorschiffe und nutzen Mittel- oder Langsamläufer-Dieselmotoren, die eine oder mehrere Propeller antreiben. Die Motoren verbrauchen Schweröl oder Marine-Gasöl, je nach Schiffsklasse und behördlichen Anforderungen.

Motorschiffe unterscheiden sich erheblich in Größe und Zweck. Ein General-Cargo-MS kann 150 bis 200 Meter lang sein und eine Tragfähigkeit von 10.000 bis 20.000 Tonnen (dwt) haben. Containerschiffe arbeiten in viel größeren Dimensionen, einige überschreiten 400 Meter und transportieren über 20.000 TEU (Twenty-Foot-Equivalent-Units). Bulker, Tanker und Kühlschiffe (Reefer-Schiffe) zählen ebenfalls zu Motorschiffen. Die Ladungsart, die Handelsroute und die Treibstoffeffizienz bestimmen die Wahl der Motorgröße und der Propellerkonfiguration.

Die Dieselmotoren in einem MS laufen typischerweise langsamer als Automotioren, oft mit 60 bis 200 Umdrehungen pro Minute (rpm), je nach Motortyp. Langsamläufer treiben große Propeller direkt ohne Getriebe an, während Mittelläufer ein Untersetzungsgetriebe benötigen. Treibstoffverbrauch, thermischer Wirkungsgrad und Wartungszyklen unterscheiden sich zwischen diesen Ausführungen erheblich. Moderne MS-Schiffe setzen zunehmend auf Technologien wie Scrubber-Systeme zur Einhaltung von Schwefeloxid-Grenzwerten, variabel geometrische Turbolader und elektronisch gesteuerte Einspritzung.

Praktische Überlegungen an Deck und im Maschinenraum

Ein MS benötigt eine kleinere Besatzung als ein gleich großes Dampfschiff, da Dieselmotoren weniger Zusatzeinrichtungen und weniger Personal für den routinemäßigen Betrieb und die Wartung brauchen. Die Komplexität moderner elektronischer und hydraulischer Systeme bedeutet jedoch, dass Maschinenraumpersonal andere Fähigkeiten mitbringen muss als ihre Vorgänger aus der Dampfschiff-Ära. Propellerwellenflucht, Lagertemperatur und Treibstoffbehandlungssysteme erfordern regelmäßige Aufmerksamkeit. Im Gegensatz zu älteren Schiffen kann ein MS innerhalb von Minuten statt Stunden auf Betriebsgeschwindigkeit beschleunigen und Gegenschub erzeugen.

Der Begriff MS erscheint in den Unterlagen von Schiffsklassifikationsgesellschaften, in Hafendokumentation und in maritimen Versicherungsdokumenten. Er wird oft als M/S geschrieben oder in offiziellen Papieren ausgeschrieben als "Motorschiff". Die Abkürzung hilft, den Antriebstyp auf einen Blick zu erkennen, was bei der Beurteilung des Schiffsalters, der Betriebskosten, der Umweltkonformität und der Eignung für bestimmte Handelsrouten wesentlich ist. Moderne Vorschriften zu Emissionen, Treibstoffqualität und Ballastwasserwirtschaft beruhen alle auf dem Motortyp und dem Treibstoffverbrauchsprofil eines eingetragenen Motorschiffes.

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