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Kfz-Technik

Ausweichstreifen

Englisch: runaway truck ramp

Eine Verkehrsanlage, die es Fahrzeugen mit Bremsfehlern ermöglicht, sicher zum Stillstand zu kommen.

Ausweichstrecke für übergebremste Lastwagen: Notbremse für die Schwerkraft

Eine Ausweichstrecke für übergebremste Lastwagen ist ein bergaufwärts oder ebenes Straßenstück, typischerweise 15 bis 30 Meter lang, gefüllt mit lockerem Schüttgut (Kies, Sand oder Schotter) in einer Tiefe von 2,5 bis 3,5 Metern. Sie befindet sich auf steilen Gefällestrecken, wo Lastwagenbremsen durch Hitze oder Verschleiß ausfallen können, und bietet dem Fahrer eine sichere Alternative zu Kollision oder Umschlag. Das Fahrzeug fährt auf die Strecke auf und bremst durch Reibung und Materialverdängung ab, sinkt schrittweise in das Schüttgut ein, bis es zum Stehen kommt.

Diese Strecken liegen fast immer auf längeren Gefällestrecken, besonders auf Interstate Highways und Bergpässen. Ein Lastwagen, der ein Gefälle von 6 Prozent über mehr als 8 Kilometer hinab fährt, kann seine Bremsen bis zum Ausfall überhitzen; bei 8 Prozent Gefälle sind Strecken im Abstand von etwa 5 Kilometern erforderlich. Moderne Strecken liegen senkrecht zur Fahrbahn, leicht erhöht, mit einer abgestuften Zufahrt, die das Einfahren in Autobahntempo ermöglicht. Einige Konstruktionen nutzen nur eine Sandschicht; andere lagern Sand über größeren Steinen, um erste Bremsleistung zu bieten, dann feineres Material zum endgültigen Stoppen. An einigen Bergpässen installieren sie Strecken mit leichtem Aufwärtsneigung, um Schwerkraftbremsung hinzuzufügen.

Warum sie ausfallen oder unterperformen: Eine Strecke wird unwirksam, wenn Schüttgut durch vorherige Nutzung verdichtet oder verdrängt wird und nicht regelmäßig aufgefüllt wird. Lastwagen, die mit übermäßiger Geschwindigkeit einfahren, oder schwer beladene Fahrzeuge, können durchbrechen ohne vollständig zu stoppen. Fahlerrorr, Verfehlen der Strecke oder zu schnelles Zurückfahren hebt den Sicherheitsvorteil auf. Materialauswaschung bei starkem Regen oder schlechte Entwässerung kann eine Strecke innerhalb weniger Wochen unbrauchbar machen.

Der Begriff spiegelt ihre Funktion wider: die Strecke bietet einem übergebremsten Fahrzeug (eines mit ausgefallenen Bremsen) einen Ort zur Energieabbau. Im Gegensatz zu wassergefüllten Gruben oder Schutzwällen sind Schüttgutstrecken relativ günstig zu bauen und zu unterhalten, schonend für Fahrzeuge und Ladung und erfordern keinen Stromanschluss. Sie sind seit den 1950er Jahren Standard auf nordamerikanischen Highways und sind jetzt durch Designstandards auf steilen Gefällen in den meisten Rechtsordnungen vorgeschrieben.

Betreiber und Disponenten sollten Fahrer auf Streckenpositionen in ihrer Route, besonders auf unbekanntem Gelände, einweisen. Ein Fahrer, der Bremsenfading (weiches Pedal, reduzierte Reaktion) erkennt, sollte die Strecke nutzen, bevor ein Notfall entsteht. Beschilderung beginnt typischerweise 1,5 bis 3 Kilometer vor der Strecke, mit Chevrons, die den Eingang markieren. Für Frachtbeförderung ist Kenntnis von Ausweichstrecken Teil der Bergfahrkompetenz.

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