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Bergbau und Gewinnung

Schlich

Englisch: schlich

Der feinere Anteil von zerkleinertem Erz wie Gold, Blei oder Zinn, der in bestimmten Nassverfahren durch Wasser abgetrennt wird.

Schlich: feine Erzteilchen, die durch Wassertrennung gewonnen werden

Schlich ist die leichte, feine Fraktion von zerkleinertem Erz, die bei der Wassertrennung in Suspension bleibt oder sich nur langsam absetzt. Im Gold-, Zinn- und Bleibergbau besteht Schlich typischerweise aus Partikeln feiner als 200er Maschenweite (etwa 75 Mikrometer) und enthält sowohl wertvolle Mineralien als auch Nebengestein, getrennt von gröberem, schwerem Material, das schnell absackt. Der Begriff ist veraltet, taucht aber noch in älteren Bergbauliteratur und in Regionen mit traditionellen Schwerkrafttrennung-verfahren auf.

Die Schlichgewinnung hängt davon ab, dass Wasser feine Teilchen transportiert, während dichtes Material absinkt. Bei einem typischen Nasszerkleinerungsprozess durchläuft das Erz Stampfer oder Kugelmühlen, dann Klassifierer oder Absatzbecken, wo die Wasserdurchflussrate sorgfältig kontrolliert wird. Schwermineralien wie Kassiterit (Zinnoxid) oder gediegen Gold setzen sich in der Bodenfraktion ab, während Schlich, leichtere Silikate gemischt mit etwas wertvollen Erz, in Suspension bleibt und separat aufgefangen werden muss, oft durch Schwemmen, auf Schüttelrinnen oder in Seifen, bevor es mit dem Abwasser abfließt.

Die Grenze zwischen Schlich und echten Halden ist nicht scharf; sie hängt von der Klassifierer-Effizienz und der Wassergeschwindigkeit ab. Feine Schlichpartikel, besonders solche unter 100er Maschenweite, gehen leicht mit dem Überlauf verloren. Historisch war die Schlichgewinnung arbeitsintensiv und verlief sich auf Handpanning oder einfache Schüttelrinnen. In einigen Betrieben wurde Schlich zur Wiederaufarbeitung in die Mühle zurückgeführt, in anderen verworfen, was einen echten Metallverlust bedeutete. Moderne Hydrozyklone und Spiralklassifierer haben die Schlichrückgewinnung teilweise durch kontinuierliche Klassifikation ersetzt, die Grundprinzipien bleiben aber gleich.

Das Wort selbst ist deutsch und spiegelt die Dominanz deutscher Bergbau-Ingenieursterminologie im neunzehnten Jahrhundert. Schlich erscheint am häufigsten in Berichten aus dem Zinnbergbau Cornwalls, des Erzgebirges und Südostasiens, wo Seifenerze und verwitterte Erze reichlich feine Fraktionen erzeugten. Seine Verwendung ist zurückgegangen, da Flotation und andere Konzentrationsmethoden Standard wurden; diese Verfahren behandeln Erz als Ganzes und nicht durch Partikelgrößen-Trennung allein.

Das Verständnis von Schlich hilft beim Bewerten historischer Bergbauberichte, bei der Einschätzung alter Halden für mögliche Wiederaufarbeitung oder beim Troubleshooting von Schwerkrafttrennung-Kreisläufen. Das Vorhandensein von Schlich im Überlauf deutet entweder auf schlechte Klassifierer-Einstellung oder auf Gewinnung von echten feinkörnigen Erzmineralien hin, eine Unterscheidung, die sowohl Betriebsentscheidungen als auch Ressourcenschätzungen beeinflusst.

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