lue
Mit einem Sieb sichten, besonders beim Zinn- oder Silberabbau.
lue: Erz durch ein Sieb schütteln
Lue bedeutet, feine Partikel von grobem Material zu trennen, indem man Erz oder zerkleinertes Gestein durch ein Sieb schüttelt. Das ist ein grundlegender Schritt beim Zinn- und Silberabbau. Das Verb beschreibt die physische Schüttelbewegung, die leichteres Material durch die Maschenweite fallen lässt, während schwerere Brocken oben bleiben. Dieses Verfahren konzentriert das Erz, indem es Abfallstoffe entfernt und das Material nach Körngröße sortiert, bevor es weiterverarbeitet wird.
Das Verfahren ist uralt im Zinnabbau in Cornwall und Devon, wo das Luen bis ins zwanzigste Jahrhundert Standardpraxis war. Ein Arbeiter, der Luer genannt wurde, stand an einem geneigten Siebrahmen und schüttelte ihn rhythmisch, um das Material nach unten zu befördern. Das Sieb selbst, gefertigt aus Rosshaar, Drahtgeflecht oder Seide, die über einen Holzrahmen gespannt waren, bestimmte die Größenfraktion, die getrennt wurde. Unterschiedliche Maschenweiten wurden nacheinander verwendet, um Erzqualitäten herzustellen, die für verschiedene Schmelzstufen geeignet waren.
Luen erschien in geschriebenen Aufzeichnungen von Bergbauabrechnungen und technischen Beschreibungen, obwohl der Begriff im gesprochenen Wort häufiger war als in formaler Dokumentation. Ähnliche Arbeiten waren das Ridding, das eine ähnliche Technik mit einem Riddle-Sieb nutzte, und das Jigging, das Wasser und Schwerkraft statt manuelles Schütteln verwendet. Die Terminologie war regional und bergbauspezifisch unterschiedlich, manche Betriebe verwendeten lue austauschbar mit riddle oder sieve.
Die Arbeit wurde oft Frauen und Kindern zugewiesen, die die leichteren Siebe und die erforderliche wiederholte Bewegung bewältigen konnten. Luen war mühsam, erforderte aber Geschick: zu kräftiges Schütteln beschädigte das Erz durch Zerkleinerung wertvoller Partikel, zu sanftes Schütteln ließ feines Material unverarbeitet. Die Kunst lag darin, den Rhythmus zu finden, der effektiv trennte, ohne Material zu verlieren.
Moderne Aufbereitungsausrüstung, einschließlich Vibrationssiebanlagen und Jigging-Maschinen, ersetzte das manuelle Luen in den meisten Betrieben bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts. Der Begriff selbst ist aus dem aktiven Gebrauch des englischen Bergbaus verschwunden und findet sich hauptsächlich in historischen Aufzeichnungen und regionalen Dialekten, obwohl das Verfahren, das er beschreibt, in der Erzaufbereitung in der Industrie grundlegend bleibt.