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Luftfahrttechnik

Schere

Englisch: scissors

Defensive Flugmanöver im Luftkampf, bei dem man sein Flugzeug wiederholt gegen das des Angreifers dreht, um ihn zum Überschießen zu zwingen.

Schere: die Wendekampftaktik, die Überziehmanöver erzwingt

Im Luftkampf ist eine Scherenmanöver eine Defensivtaktik, bei der ein Pilot wiederholt auf ein angreifendes Flugzeug zuwendet und den Verfolger zwingt, den Angriff abzubrechen oder zu überziehen. Der Name leitet sich von den sich kreuzenden Flugbahnen ab, die öffnenden und schließenden Scherenklingen ähneln. Bei korrekter Ausführung gewinnt das verteidigende Flugzeug durch Ausnutzung seines Wenderadius oder Energiezustands einen positionalen Vorteil und dreht das Blatt gegen den Angreifer um.

Das Manöver funktioniert, weil ein von hinten angreifender Pilot mit geradem Flugweg oder sanfter Abwendung rechnet. Stattdessen zieht sich der Verteidiger in eine enge Wendung direkt auf den Verfolger zu. Dies zwingt den Angreifer, diese Wendung nachzumachen und dabei Fluggeschwindigkeit und Energie zu verlieren, oder abzubrechen, um eine Kollision zu vermeiden. Jeder Zyklus der Schere tauscht Höhe und Geschwindigkeit gegen Winkel, dreht das Gefecht schrittweise, bis der Verteidiger statt des Angreifers auf Zielkurs zeigt.

Varianten und Ausführungsgrenzen

Die flache Schere nutzt sanfte, weite Wendungen in der Höhe, wo Flugzeuge Wendungen länger durchhalten können, ohne zu stallen. Die ebene Schere ist ein horizontales, waagerechtes Manöver in niedriger Höhe, wo sich kein Kämpfer Stieg oder Fall leisten kann. Vertikale Scheren nutzen das gleiche Prinzip im Steig- oder Sturzflug und spielen die überlegene Steigleistung eines Flugzeugs aus. Der Erfolg hängt vom Wenderadius des Verteidigers relativ zum Angreifer ab; hat das Angreiferflugzeug einen kleineren Wenderadius oder ein höheres Schub-Gewichts-Verhältnis, schlägt die Schere fehl. Energiemanagement ist entscheidend: ein Verteidiger, der in den Wendungen zu viel Geschwindigkeit verliert, wird anfällig für ein Zoom-Steig-Manöver des Angreifers.

Scherenmanöver werden in der Ausbildung von Militärfliegern unterrichtet und bleiben im Nahbereichskampf taktisch relevant, wo moderne Lenkflugkörper versagen oder nicht eingesetzt werden. Sie setzen aber visuelle Kontrolle und ähnliche Flugzeugleistung voraus. Gegen einen leistungsstärkeren Gegner oder in extremen Höhen, wo dünne Luft die Wendefähigkeit begrenzt, ist die Schere eher ein letztes Notmanöver als eine Gewinntaktik.

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