Scherenzugkreuzung
Englisch: scissors crossover
Übereinander angeordnetes Paar von Gleiskreuzungen in X-Form, das den Verkehr in beide Richtungen zwischen zwei parallelen Gleisen ermöglicht.
Scherenkreuzung: zwei Kreuzungen zu einem X verflochten
Eine Scherenkreuzung ist eine Gleisanlage, bei der zwei einfache Kreuzungen so verschachtelt sind, dass vier parallele Gleise in einem X-Muster verbunden werden. Während eine Standard-Kreuzung Zügen erlaubt, von einem Gleis auf ein benachbartes zu wechseln, ermöglicht eine Scherenkreuzung, dass der Verkehr diagonal über die Gruppe fließt und vier-Gleis-Verzweigungen flexibler werden, ohne zusätzlichen Platz zu benötigen. Der Name stammt von der visuellen Ähnlichkeit mit geöffneten Scherenklingen.
Die Geometrie erfordert Präzision. Jede der beiden Kreuzungen belegt ungefähr den gleichen Raum, ihre Weichen und Kreuzungsschienen überlappen sich in der Aufsicht. Ein Zug, der von Gleis eins zu Gleis vier fährt, überquert eine Weiche der einen Kreuzung, dann die Schienen der anderen Kreuzung an einer ebenen Kreuzung, dann eine zweite Weiche. Die Sicherungsanlage muss gleichzeitige, sich widersprechende Bewegungen verhindern, da die Wege denselben physischen Raum teilen. Diese Komplexität führt dazu, dass Scherenkreuzungen hauptsächlich in belebten Rangierbahnhöfen und Verzweigungen vorkommen, wo die Ersparnis an Gleislänge die Steuerungslogik rechtfertigt.
Schienen an der zentralen Kreuzungsstelle erfahren starken Verschleiß, weil Züge sie in einem Winkel überqueren, während sie zwischen den äußeren Gleisen fahren. Wartungsteams müssen diese Kreuzungsherzen genau auf Risse und Setzungen überwachen. Schutzschienen und Kontrollschienen, die bei jeder Kreuzung vorhanden sind, werden in der Schearenanordnung besonders wichtig, weil ein Entgleisung auf einem Weg die benachbarte Kreuzung beeinträchtigen kann.
Scherenkreuzungen eignen sich für vier-parallele-Gleis-Anlagen, bei denen Verkehr in beide Richtungen fließt und flexible Routenführung wertvoll ist. Rangierbahnhöfe nutzen sie, um Wagen zwischen Klassifizierungsgleisen schnell zu bewegen. Personenverkehrsbetriebe setzen sie dort ein, wo Durchgangsgleise auf Betriebsgleise zugreifen müssen, ohne eine komplette Leiteranlage zu bauen. Die Anlage ist in modernen Hochgeschwindigkeitskontexten aus der Mode gekommen, weil die winkelige Kreuzung Stoßbelastungen und Geräusche erhöht; Doppelgleitwechsel bieten eine Alternative, wo der Platz es erlaubt.
Der Begriff wird fast ausschließlich in der britischen und Commonwealth-Eisenbahnpraxis verwendet. Nordamerikanische Eisenbahnen beschreiben dieselbe Geometrie häufiger als Diamantkreuzung oder vermerken einfach das Gleismuster. Die Verlegung erfordert erhebliche Erdarbeiten, Geometrieberechnung und sorgfältige Weichenpositionierung; Änderungen im späteren Betrieb sind teuer, deshalb werden Designentscheidungen rund um Scherenkreuzungen selten wieder überdacht.