Selbststoff
Englisch: self-fabric
Der gleiche Stoff wie das Hauptteil des Kleidungsstücks, nicht ein anderer kontrastierender Stoff.
Eigenstoff: Passendes Kantenmaterial aus dem gleichen Stoff
Eigenstoff bedeutet, dass man einen Teil desselben Materials verwendet, um einen anderen Bereich des gleichen Kleidungsstücks zu einfassen, zu verbrämen oder zu verstärken. Statt zu einem kontrastierenden Einfassband oder Verbrämungsstoff zu greifen, bezieht der Zuschnitt Streifen oder Stücke von der gleichen Rolle, aus der der Hauptteil des Kleidungsstücks geschnitten wird. Dies ist üblich bei Kragen, Bündchen, Armlöchern, Säumen und Kantenbindungen, wo der Stoff auf sich selbst zurückgefaltet oder als verstärkende Schicht angenäht wird.
Die einfachste Anwendung ist die selbstgebundene Kante: ein Saum oder eine Verbrämuung, aus dem Kleidungsstoff selbst geschnitten, oft im Schrägschnitt, um Dehnbarkeit zu ermöglichen und Kräuselungen zu vermeiden. Schräggeschnittene Eigenstoffstreifen sind Standard bei Gestricktem und lassen sich auf gekrümmten Nähten leichter verarbeiten als ein gewebtes Band. Bei strukturierten Kleidungsstücken wie geschnittenen Jacken sorgen Eigenverbrämungen an der vorderen Öffnung und im Armloch für Farbkontinuität und gleichmäßiges Gewicht und verringern die sichtbaren Fertigungsspuren.
Warum Eigenstoff in der Produktion wichtig ist
Eigenstoff entfällt die Notwendigkeit, einen zweiten Textilstoff zu beschaffen, zu lagern und zu handhaben. Dies reduziert Materialverschwendung, da der Zuschnitt Verbrämungsstreifen aus Webkantenverschnitt oder Abschnittresten gewinnen kann. Außerdem garantiert es Farbübereinstimmung: keine Farbtonunterschiede zwischen Kleidungsstück und Kantenmaterial. Der Nachteil ist, dass Eigenverbrämungen an gefalteten Kanten zu Verdickungen führen, und ein dünner Stoff als Eigenverbrämuung hält keine scharfe Kniffkante so gut wie ein stärkeres Einlagesystem. Bei leichten Seiden oder Leinen kann eine Eigenverbrämuung schneller hängen oder ausfransen als ein gewebtes Band.
Schnittteile müssen Eigenoffstreifen bei der Anordnung berücksichtigen. Ein Kleidungsstück, das für Eigenstoffbündchen konzipiert ist, benötigt zusätzliche Längenmeter an den Ärmeln, und der Zuschnitt muss Verbrämungsmaterial gewinnen können, ohne die Hauptteile zu beeinträchtigen. Fabriken nutzen häufig Schrägbinder oder Falteraufsätze an Nähmaschinen, um Eigenoffkanten sauber zu falten und zu pressen, bevor sie festgesteppt werden.
Der Begriff bezieht sich auch auf die Einlage. Eine selbstverbackene Einlage ist ein Einlagestück aus schmelzbarem oder zum Nähen geeignetem Material, das auf eine Schicht des Kleidungsstoffs selbst gebunden oder geklebt ist, statt separat angebracht zu werden. Dieser Ansatz ist üblich beim Aufbau von Kragenstegen und bei genähten Einlagen in leichteren Schneiderarbeiten, wo eine separate Einlageschicht unnötige Verdickungen oder sichtbare Kanten verursachen würde.