SpracheEnglishDeutsch
Drucktechnik

ausschießen

Englisch: set out

verbDrucktechnikobsolete

Die erforderlichen Lettern in einer Druckmaschine anordnen, um einen Druckauftrag vorzubereiten.

set out: Schrift vor dem Druckbeginn anordnen

Set out bedeutete, einzelne Metalllettern in die Chase, den Stahlrahmen für den Letterndruck, einzusetzen. Das war die Arbeit des Schriftsetzers: Er nahm Sorts (einzelne Schriftzeichen) aus dem Schriftkasten und ordnete sie Zeile für Zeile an, verriegelt mit Ausgleichmaterial und Sperrkeilen, bereit für den Drucker zum Einfärben und Drucken. Der Begriff ist heute historisch, weil Fotolithografie, Offsetdruck und digitale Workflows die Notwendigkeit für handgesetzten Metallsatz eliminierten.

Die Arbeit erforderte Präzision und Geschwindigkeit. Ein Schriftsetzer, der von einer Vorlage arbeitete, platzierte die Lettern Stück für Stück und las dabei rückwärts, weil der Letterndruck in umgekehrter Richtung druckt. Die Lettern mussten perfekt eben liegen und einheitliche Höhe haben, sonst würde der Druckeindruck ungleichmäßig ausfallen oder ganz fehlschlagen. Eine vollständige Seite Fließtext in einer Zeitung oder einem Buch konnte Stunden zum Setzen dauern, besonders wenn Korrektionen bedeuteten, Lettern zu entfernen und Abschnitte neu zu setzen.

Schrift für Überschriften wurde auf die gleiche Weise gesetzt, erforderte aber andere Behandlung, weil größere Schriftgrade (36 Punkt, 48 Punkt und mehr) stärkeres Holzmaterial brauchten, um das Gewicht zu tragen. Tabellen, Gedichte und Fremdsprachen mit Sonderzeichen stellten alle besondere Anforderungen. Einige Betriebe beschäftigten spezialisierte Schriftsetzer für bestimmte Arbeitsarten.

Der Begriff erschien in Druckerlehrbüchern und Gewerkschaftstariftabellen bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts. Noch in den 1970er Jahren unterhielten manche Zeitungen Bleisatzbereiche, in denen Schriftsetzer arbeiteten. Die Redewendung überlebt in Redeart und Erinnerung bei Druckern dieser Generation, aber die körperliche Arbeit wird im gewerblichen Druck seit Jahrzehnten nicht mehr ausgeführt. Das Verständnis des Begriffs hilft, sowohl die Fachsprache als auch die Wirtschaft des Druckhandwerks in seiner Zeit des Handsatzes zu erklären.

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