Schlitten-Bremse
Englisch: sledge brake
Eine frühe Schienenbremse, bei der ein Block oder Bremsschuh gegen die Schiene gepresst wird.
Schlittenbremse: Bremsschuh, der über die Schiene gezogen wird
Eine Schlittenbremse ist eine mechanische Gleisbremse, die funktioniert, indem ein flacher Metallblock oder Schuh direkt auf die Oberseite einer Schiene gepresst wird und Reibung nutzt, um ein Schienenfahrzeug zu verlangsamen oder zu stoppen. Der Schuh besteht typischerweise aus Gusseisen oder Stahl und ist auf einem Hebelarm oder Träger befestigt; wenn die Bremse betätigt wird, wird der Schuh mit erheblicher Kraft nach unten auf die Schienenoberfläche gedrückt. Dies ist eines der frühesten praktischen Bremssysteme, die auf Eisenbahnen verwendet wurden, und blieb bis weit ins zwanzigste Jahrhundert hinein im Einsatz, besonders im Güter- und Rangierbetrieb, wo die Geschwindigkeit geringer war.
Die Schlittenbremse funktioniert durch direkte mechanische Verbindung: Ein Handhebel oder Dampfzylinder zieht eine Stange, die den Bremsschuh mit mechanischem Vorteil gegen die Schiene drückt. Die Reibung zwischen Schuh und Schienenoberfläche erzeugt die Bremskraft. Da der Schuh unter Last über die Schiene gleitet, anstatt sie dynamisch zu greifen, ist das System von Natur aus einfach und robust. Es werden keine Gummiteile, Druckluft oder komplexe Gestänge benötigt, was es unter schmutzigen, kalten oder schlecht gewarteten Bedingungen zuverlässig macht, unter denen raffiniertere Bremsen ausfallen würden.
Die zentrale Schwäche der Schlittenbremse ist der beschleunigte Verschleiß. Sowohl der Bremsschuh als auch der Schienengrund werden durch kontinuierliche Reibung abgeschliffen; die Schienenoberfläche wird gerautet und aufgeraut, und Schuhe müssen regelmäßig erneuert werden. Schlittenbremsen erzeugen auch erheblichen Lärm und Hitze, und die Bremskraft ist schwer gleichmäßig zu dosieren. Auf steilen Gefällen oder bei Notbremsungen kann der Schuh gegen die Schiene blockieren und erzeugt Flattern auf Lok- oder Wagen rädern. Diese Einschränkung machte Schlittenbremsen für schnelle Personenverkehre ungeeignet, wo kontrollierte, gleichmäßige Verzögerung erforderlich ist.
Der Begriff "Schlittenbremse" bezieht sich auf die Bewegung des Schuhes, der über die Schiene gleitet, nicht auf eine Ähnlichkeit mit einem Schlitten. Bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts wurden Schlittenbremsen auf den Hauptstrecken weitgehend durch Scheibenbremsen (die die Radfelge greifen) und Vakuum- oder Druckluftbremsen (die bessere Dosierung und Sicherheit bieten) verdrängt. Sie blieben jedoch auf Nebenstrecken, Werksgleisen und Schmalspurbahnen im Einsatz, wo eine Investition in moderne Bremssysteme nicht gerechtfertigt war und niedrige Betriebsgeschwindigkeiten die Regel waren.