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Industriebedarf, Maschinen und Bauteile

Slug

Englisch: slug

Ein Zusatzgetriebe für eine Diesel-Elektro-Lokomotive zur Erhöhung des Adhäsionsgewichts und zum Erreichen voller Leistung bei niedriger Geschwindigkeit. Es verfügt über Drehgestelle mit Zugmotoren, hat aber keinen Antriebsmotor und wird von der Mutterlokomotive mit Strom versorgt; eine Führerkabine ist optional.

Slug: ein angetriebener Anhänger, der die Zugkraft einer Lokomotive vervielfacht

Ein Slug ist eine gekuppelte Einheit, die hinter einer Diesellokomotive mit elektrischem Antrieb eingesetzt wird, um das verfügbare Adhäsionsgewicht zu vergrößern, ohne einen zweiten Motor hinzuzufügen. Er trägt Fahrmotoren, die mit Strom aus dem Generator der Führungslokomotive angetrieben werden und es dem Zug ermöglichen, die volle Zugkraft bei Geschwindigkeiten zu entwickeln, bei denen Radschlupf sonst einen ausreichenden Grip verhindern würde. Der Slug hat keinen eigenen Antriebsmotor; er ist vollständig abhängig von der Kraft der Führungseinheit.

Slugs werden auf Standard-Güterwagen-Drehgestellen mit Schleifringläufermotoren oder Asynchronmotoren gebaut, die mechanisch mit den Achsen gekoppelt sind. Die Leistung fließt über schwere Elektrokabel vom Hauptgenerator der Führungslokomotive zu den Schützen des Motors im Slug. Ein Slug wiegt in der Regel 80 bis 120 Tonnen und kann mit einem vollständigen Führerstand (Cabbed Slug) oder ohne Führerstand (Booster) ausgestattet sein. Einige Slugs haben rekuperative Fähigkeiten, die es ihnen ermöglichen, während der Nutzbremse Leistung in den Stromkreis zurückzuspeisen, obwohl diese Funktion seltener vorkommt.

Der eigentliche Vorteil des Slugs zeigt sich bei Arbeiten mit niedriger Geschwindigkeit und hoher Zugkraft: beim Anfahren schwerer Zuggarnituren aus dem Stillstand, beim Befördern von Tonnage auf längeren Steigungen oder beim Rangieren beladener Güterwagen im Bahnhof. Bei Geschwindigkeiten unter etwa 19 km/h ist Radschlupf der limitierende Faktor, nicht die Leistung. Eine einzelne Führungslokomotive mit Slug kann mehr nutzbare Kraft aufbringen als eine Solo-Lokomotive mit deutlich höherer Motorleistung, weil das zusätzliche Adhäsionsgewicht beiden Achsgruppen einen wirksamen Grip ermöglicht.

Betriebliche Grenzen und Rückgang

Slugs erfordern eine kompatible Elektroarchitektur; eine Führungslokomotive mit Wechselstromantrieb kann nicht ohne Umrichterausrüstung einfach einen älteren Slug mit Gleichstrommotoren antreiben. Mit der Elektrifizierung der Flotte auf Wechselstrom und dem wachsenden Fokus auf Kraftstoffeffizienz wurden weniger neue Slugs gebaut. Die erforderlichen Steckerverbindungen und die Kosten für die Wartung einer zweiten Einheit sprachen ebenfalls gegen den Einsatz von Slugs. Viele noch vorhandene Slugs sind regionale Arbeitspferde in Bahnhöfen, Industrieanlagen und Kurzstreckenverkehr und werden kaum noch im regulären Fernverkehr eingesetzt.

Der Begriff "Slug" leitet sich vermutlich von seiner trägen, flachen Form und der Fahrt mit niedriger Geschwindigkeit ab, obwohl die Wortherkunft in der Industrie selten dokumentiert ist. In der modernen Praxis bleibt der Slug eine kostengünstige Lösung, wenn ein einzelner leistungsstarker Motor unwirtschaftlich oder unpraktisch wäre; er ist am häufigsten beim schweren Rangierbetrieb und bei Eisenbahnen mit älteren Dieselflotten anzutreffen, bei denen kompatible elektrische Ausrüstung den Wartungsaufwand rechtfertigt.

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