Soam
Englisch: soam
Ein kurzes Seil zum Ziehen des Hunte in einem Kohlebergwerk.
Soam: das Seil, das Kohlewagen unter Tage zieht
Ein Soam ist ein relativ kurzes Seil, normalerweise aus Hanf oder Draht, das beladene Wagen entlang der Schienen in Kohlegruben zieht. Der Wagen, ein niedriger Wagen auf Schienen, der Kohle von der Abbaufläche transportiert, muss ständig zwischen Kohleflöz und dem Fördersystem an der Oberfläche bewegt werden. Das Soam stellt die mechanische Verbindung zwischen dem feststehenden Zugmechanismus und der beweglichen Last her.
In der Praxis verläuft ein Soam von einem verankerten Grubenausbau oder einem festen Punkt zur Vorderseite des Wagens und wird an beiden Enden mit Knoten oder Metallverbindungen befestigt. Eine an der Oberfläche montierte Winde oder in älteren Gruben ein stationärer Motor wickelte das Seil auf und zog den Wagen gleichmäßig zum Hauptschacht oder zur Verladestation. Die Länge des Soam variierte je nach Entfernung zwischen Kohleflöz und Zwischenförderstelle, üblicherweise zwischen drei und fünfzehn Metern, wobei es keine einheitliche Norm für die genauen Abmessungen in verschiedenen Gruben gab.
Verschleiß und Bruch
Soams verschleißen schnell unter konstanter Spannung und Reibung gegen die Grubengleise, Kohlenstaub und raue Handhabung beim Beladen. Das Seil franst auf, bekommt Knickstellen und verliert an Festigkeit, weshalb regelmäßig Ersatz nötig wurde. Ein gerissenes Soam während der Fahrt konnte einen beladenen Wagen im Stollen stecken lassen, den Kohlefluss blockieren und die Sicherheit der Arbeiter unter Tage gefährden. Grubenbücher zeigen, dass abgenutzte Soams zu den häufigsten Wartungsproblemen in Zechen gehörten und ihre Brüche manchmal zu kleineren Unfällen beitrugen.
Der Begriff Soam soll sich von einem veralteten oder dialektalen Wort für ziehen oder reißen herleiten, seine genaue Herkunft ist jedoch unsicher. Er blieb im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts im britischen Bergbau gebräuchlich, besonders in älteren Gruben, wo Kurzstreckensysteme bestanden, selbst nachdem größere Zechen auf durchgehende Förderbänder umgestellt hatten. Das Soam stellt ein einfaches, aber wesentliches Glied in der mechanischen Kette dar, die Kohle von unter Tage ans Tageslicht beförderte.