Abseifung
Englisch: soap off
Das Ausspülen von Stoffen mit heißem Wasser, um nicht fixierte Farbstoffe von der Oberfläche zu entfernen.
Seifenbehandlung: Ausspülen von unfixierten Farbstoffen aus fertigem Gewebe
Seifenbehandlung bedeutet, gefärbtes Gewebe durch heißes Wasser zu führen, typischerweise 60 bis 95 Grad Celsius, um lose oder unfixierte Farbstoffmoleküle von der Oberfläche zu entfernen. Der Prozess verwendet minimal oder gar kein Waschmittel, trotz des Namens. Stattdessen nutzt man die Wärmenergie und die mechanische Einwirkung des Wassers, um Farbstoffe abzulösen, die nicht chemisch an die Faser gebunden sind. Dies ist ein kritischer abschließender Schritt nach dem Färben und vor dem Trocknen, um zu verhindern, dass das gefärbte Gewebe beim Lagern oder Gebrauch Farbe auf sich selbst oder andere Materialien abgibt.
Der Ausdruck stammt aus der textilen Färbungspraxis, wo historisch Seifenwasser für diese Spülung verwendet wurde, obwohl modernes Seifenbehandeln oft nur mit reinem heißem Wasser arbeitet. Säurefarbstoffe, Reaktivfarbstoffe und Küpenfarbstoffe erfordern alle eine Seifenbehandlung, aber Temperatur und Dauer variieren je nach Farbstoffklasse und Fasertyp. Baumwolle und Wolle haben unterschiedliche optimale Temperaturen; Wolle läuft typischerweise kühler, um Filzung zu vermeiden. Das Gewebe kann eine Reihe von aufeinanderfolgenden Heißwasserbädern durchlaufen, wobei die Temperatur schrittweise gesenkt wird, um Wasser und Energie zu sparen.
Unvollständige Seifenbehandlung hinterlässt überschüssigen Farbstoff auf der Gewebeoberfläche und verursacht mehrere Probleme bei der Veredelung und im Gebrauch. Der unfixierte Farbstoff reibt auf Haut oder benachbarte Gewebe ab, sogenanntes Abfärben, was die Wasch- und Reibechtheitswerte reduziert. Unvollständige Seifenbehandlung hinterlässt auch Restalkali oder Säure aus dem Färbebad, die die Faserlebensdauer verkürzen und nachfolgende Veredelungschemikalien beschädigen können. Bei Bekleidungsgeweben sind behördliche Grenzen für Farbstoffübertrag streng; unzureichende Seifenbehandlung kann dazu führen, dass eine Partie die Qualitätskontrolle nicht besteht.
Industrielle Färbemaschinen führen die Seifenbehandlung in dedizierten Quetschwalzenpaaren oder in durchgehenden Überlauffbädern durch, in denen Gewebe durch dampfgeheiztes Wasser fließt. Die Gewebegeschwindigkeit, Wassertemperatur und Anzahl der Spülungen sind Betriebsparameter, die Operatoren je nach Farbstofftyp, Gewicht der Ware und angestrebter Echtheitsgrad anpassen. Zu wenig Seifenbehandlung spart Zeit und Wasser, riskiert aber Produktfehlschlag; zu viel Seifenbehandlung verschwendet Ressourcen, ohne die Ergebnisse über einen Punkt abnehmender Erträge hinaus zu verbessern.