Seatearth
Englisch: seatearth
Die Schicht aus Sedimentgestein, die unter einer Kohleflöz liegt.
Seatearth: der Untergrund der Kohleflöze
Seatearth ist die Schicht aus feinklastischem Sedimentgestein, typischerweise Tonstein oder Schieferton, die unmittelbar unter einem Kohleflöz liegt. Sie markiert die Grenze zwischen der Kohle und älteren Schichten und ist oft tonreich, manchmal mit versteinerten Wurzeln und Pflanzenmaterial aus der antiken Sumpfumgebung, die der Kohlebildung vorausging. Im Querschnitt erscheint Seatearth als deutliches Band, gewöhnlich grau bis dunkelgrau, je nach Kohlenrevier einige Zentimeter bis mehrere Meter mächtig.
Der Begriff entstand, weil Bergleute beobachteten, dass Seatearth an Ort und Stelle blieb und das Kohleflöz darüber wie ein Fundament trug. Die Schicht ist oft weich und verwittert leicht bei Luft- und Feuchtigkeitskontakt, was sie von härteren Sandsteinen oder Kalksteinen in den Kohlemessungen unterscheidet. Geologisch stellt Seatearth den Bodenhorizont dar, der vor der Ansammlung des Torfsumpfes zur Kohlebildung existierte; seine Zusammensetzung spiegelt die Ablagerungsumgebung dieser antiken Oberfläche.
Praktische Bedeutung im Bergbau
Seatearth ist für Bergbauoperationen wichtig, weil es die Stützstabilität in Untertagekohleminen beeinflusst. Wo Seatearth schwach oder bröselig ist, braucht es zusätzliche Abstützung durch Holzstempel, Hydraulikstempel oder verstärkte Betonbauteile während der Kohleförderung. Umgekehrt kann ein fester Seatearth mit guten Bindefähigkeiten manchmal Lasten ohne zusätzliche Abstützung tragen und spart Stempelmaterial und Arbeitskraft. Bergleute erkennen qualitativ hochwertigen Seatearth an seiner Klebrigkeit, Dichte und Widerstandsfähigkeit gegen Quellung.
Im Tagebau erscheint Seatearth in der Boschung und muss abgebaut werden, um zur Kohle zu gelangen. Seine Grabbarkeit hängt von Mächtigkeit und Verfestigung ab; locker zementierter Seatearth lässt sich mit Scrapern oder Schaufelradbaggern entfernen, während härtere Sorten Sprengstoff oder Reißzahn brauchen können. Der Wassergehalt spielt eine Rolle: gesättigter Seatearth wird klebrig und schwer zu handhaben, übergetrockneter Seatearth kann spröde und instabil werden.
Historische Bergbauaufzeichnungen und geologische Messungen unterscheiden Seatearth von Feuerton, einem feuerfesten Material, das manchmal in ähnlicher Position vorkommt, aber mit anderer Mineralogie und industriellem Wert. Seatearth selbst hat begrenzte wirtschaftliche Nutzung, obwohl manche Zechen ihn für Ziegel- oder Dachziegelherstellung verkauften, wenn Zusammensetzung und Brenneigenschaften geeignet waren.