solargaren
Englisch: solarize
Boden durch Abdeckung mit Kunststoff und Sonneneinstrahlung behandeln.
Solarisierung: Bodenschädlinge und Krankheitserreger durch Hitze und Kunststoff bekämpfen
Die Solarisierung ist eine chemiefreie Bodenbehandlung, bei der die Bodenoberfläche mit einer transparenten Kunststofffolie, üblicherweise 25 bis 40 Mikrometer dick, abgedeckt und während der heißesten Jahreszeit 4 bis 6 Wochen der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt wird. Die eingestrahlte Solarenergie erwärmt den Boden auf Temperaturen von 40 bis 60 Grad Celsius in flachen Schichten (5 bis 15 Zentimeter Tiefe). Diese Temperaturen reichen aus, um viele Pilzsporen, bakterielle Krankheitserreger, Fadenwürmer und Unkrautsamen in der oberen Bodenschicht zu töten oder zu inaktivieren.
Das Verfahren funktioniert, weil die transparente Folie wie ein Gewächshaus wirkt: kurzwellige Solarstrahlung dringt durch die Folie und wärmt den Boden auf, während langwellige Wärmestrahlung nicht zurück durch die Folie entweicht. Die Bodentemperatur steigt am höchsten in flachen Schichten, wo sich die meisten Krankheitserreger und ruhenden Samen konzentrieren. Die Eindringtiefe hängt von Bodenfarbe, Feuchtigkeitsgehalt und Umgebungstemperatur ab. Deshalb funktioniert die Technik am zuverlässigsten in Klimazonen mit starker Sommensonne und ruhiger Luftbewegung.
Der Boden muss vor der Folienlegung feuchtig sein und während der Solarisierungsphase erneut bewässert werden, wenn kein Regen fällt. Die Folie wird an den Rändern durch Eingraben, Beschwerung mit Boden oder Befestigung an Pflöcken verankert. Tropfleitungen können unter der Folie verlegt werden, um konstante Bodenfeuchtigkeit zu gewährleisten. Das Verfahren funktioniert am zuverlässigsten in mediterranen, ariden und warm gemäßigten Klimazonen; in kühlen oder bewölkten Regionen ist die Wirkung marginal. Solarisierung wird häufig vor dem Anbau hochpreisiger Kulturen wie Tomaten, Erdbeeren und Baumschulware angewendet, wo bodengebundene Krankheiten wie Fusarium und Verticillium erhebliche Verluste verursachen.
Die Wirksamkeit variiert erheblich je nach Erreger. Wurzelgallennematoden und viele Pilzsporen werden stark reduziert; einige bakterielle Welkeerreger sind weniger anfällig. Das Verfahren sterilisiert den Boden nicht vollständig, und eine Reinfektion kann auftreten, wenn anschließend verseuchtes Wasser, Werkzeuge oder Setzlinge eingebracht werden. Solarisierung unterdrückt auch die Bodenmikrobiota, und die Wiederherstellung einer ausgewogenen mikrobiellen Gemeinschaft dauert nach der Folienentfernung mehrere Wochen bis Monate.
Der Begriff leitet sich von der Nutzung von Solarenergie statt Dampf oder Chemikalien ab. Im britischen Englisch wird die Technik manchmal als soil solarisation bezeichnet. Das Verfahren fand ab den 1970er Jahren kommerziell Anwendung als chemiefreie Alternative zu Begasungsmitteln wie Methylbromid und bleibt wertvoll, wo synthetische Pestizide eingeschränkt sind oder wo der Krankheitsdruck die Kosten für Kunststofffolie und Arbeitskraft rechtfertigt.