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Landtechnik

Keimen

Englisch: sprout

Aus einem Samen wachsen; keimfähig werden.

Keimung: wenn der Samen die Ruhe bricht und das Wachstum einsetzt

Keimung ist der physiologische Vorgang, bei dem ein Samen aus der Ruhe in aktives Wachstum übergeht und seine Hülle durchbricht, um eine Wurzel (Radikel) und dann einen Spross zu bilden. In der kommerziellen Landwirtschaft und im Gartenbau markiert dies den Beginn eines Anbauzyklus und wird durch Kontrolle von Feuchte, Temperatur und manchmal Licht sorgfältig gesteuert. Ein Samen keimt, wenn die innere Stoffwechselaktivität wieder einsetzt; er sprießt, wenn sichtbares Wachstum die Samenoberfläche durchbricht.

Der Zeitpunkt der Keimung ist entscheidend. Die meisten Gemüse- und Getreidesamen benötigen Bodentemperaturen zwischen 10 und 29 Grad Celsius, wobei die optimalen Bereiche je nach Kultur variieren. Die Feuchte muss gleichmäßig sein, aber nicht staunass, was zu Fäulnis führt. Saatgutbehandlungen, Saatbeete und klimakontrollierte Kammern werden verwendet, um die Keimung großer Chargen zu synchronisieren. Bei der Mälzung (Getreideverarbeitung) wird Gerste unter kontrollierten Bedingungen bewusst zum Keimen gebracht, um die für Brauen und Destillation notwendigen Enzyme zu entwickeln.

Ungleichmäßige oder verzögerte Keimung reduziert Ertrag und Erntegleichmäßigkeit. Schlechte Samenkraft, Bodenverdichtung, Krustenbildung, niedrige Bodentemperatur und Krankheitserreger wie Pythium oder Fusarium sind häufige Ursachen. Direkt ausgesäte Kulturen in kaltem oder nassem Boden können verrotten, bevor sie keimen. Saatgutumhüllungen, Impfmittel und Fungizidbehandlungen werden auf das Saatgut aufgebracht, um die Etablierungsraten zu verbessern.

Der Begriff stammt aus altenglischen und germanischen Wurzeln, die das Hervorbrechen oder Aufbrechen bedeuten, was die mechanische Aktion genau erfasst. In Samenkatalogen und agronomischer Literatur wird Keimung von Aufgang unterschieden, also wenn der Keimling die Bodenoberfläche ins Licht durchbricht. Ein Samen kann unter der Erde gekeimt haben, ist aber noch nicht aufgegangen.

Keimungsgeschwindigkeit und -gleichmäßigkeit beeinflussen direkt die Saatdichte, Dünnungsarbeit und endgültige Pflanzenbestand. Ausrüstungshersteller produzieren Saatgutbehandlungen, Bodenerwärmungskabel und Feuchtemesser, die so gestaltet sind, dass die Keimbedingungen optimiert werden. Das Verständnis der Keimungsphysiologie ist wesentlich für alle, die Feldfrüchte, Baumschulen oder kontrollierte Umgebungslandwirtschaft verwalten.

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