Angusskanal
Englisch: sprue
Ein kanal, durch den geschmolzenes metall während des gießprozesses in die form gegossen wird.
Speiser: die Metallstraße von der Pfanne zur Form
Beim Gießen ist der Speiser der Hauptkanal, vertikal oder nahezu vertikal, der die Schmelze aus der Gießkelle in die Formhohlraum führt. Er sitzt oben in der Form und fungiert als Hauptzuführung, die Metall mit kontrollierter Geschwindigkeit und Menge liefert. Der Speiser verbindet sich mit kleineren Ästen, sogenannte Läufer, die das Metall zu einzelnen Hohlräumen verteilen. Ohne einen richtig gestalteten Speiser erkaltet das Metall, oxidiert oder füllt sich ungleichmäßig, was den Guss ruiniert.
Speiser variieren in Durchmesser und Verjüngung je nach Metall, Wanddicke und Hohlraumgröße. Ein Guss aus Messing oder Aluminium könnte einen Speiser von 0,5 bis 1,5 Zoll Durchmesser benötigen, während große Stahlgüsse Speiser von 3 Zoll oder mehr erfordern können. Der Speiser sollte sich leicht nach unten verjüngen, was Turbulenzen und Lufteintrag reduziert. Ist der Speiser zu klein, erstarrt das Metall, bevor die Form gefüllt ist; ist er zu groß, wird der Speiser selbst zu teurer Ausschuss und der Guss benötigt länger zum Erkalten.
Sandformen versus Dauerformen erfordern unterschiedliche Speisergeometrie. Beim Grünformguß ist der Speiser einfach ein Loch, das durch einen Rammen geformt oder durch Entfernen eines Modells erzeugt wird. Bei Dauerformen, Druckgüssen und Feingußverfahren ist der Speiser ein bearbeiteter oder vorgefertigter Kanal. Keramik-Schmelzformen verwenden dünne Speiser, da die Schale zerbrechlich ist; permanente Stahlmatrizen tolerieren dickere, robustere Speiser.
Der Speiser wird vom erstarrten Guss nach dem Erkalten abgeschnitten oder abgebrochen. Dieses abgetrennte Stück wird zusammen mit den Läufern und Gattern zu Schrott, der typischerweise im Ofen eingeschmolzen wird. Das Volumen von Speiser- und Läuferschrott kann zwischen 5 Prozent des Endgussgewichts (für gut optimierte Matrizen) und 50 Prozent oder mehr in Sandformen mit mehreren Hohlräumen liegen. Dieser Schrott-Anteil wirkt sich unmittelbar auf die Materialausbeute und die Kosten aus.
Häufige Mängel, die vom Speiser herrühren, sind Kallte Stellen, wo zwei Metallfronten bei unterschiedlichen Temperaturen aufeinandertreffen und nicht verschweißen; Porenbildung durch gelöste Gase; und Durchdringung, bei der Metall in die Formoberfläche eindringt und eine raue Textur auf dem Guss hinterlässt. Die Speiserposition wird gewählt, um diese Risiken zu minimieren: Sie wird oft am dicksten Querschnitt des Gusses platziert, damit Metall unter Druck und Wärmezufuhr fließt, anstatt an einer dünnen Kante, wo es schnell erkaltet.