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Zimmerei

Strebe

Englisch: spur

Eine Aussteifung, die einen Pfosten mit einem verbundenen Teil wie einem Sparren oder Querbalken verstärkt.

Strebe: ein schräges Holzglied, das Pfosten vor Verformung schützt

Eine Strebe ist ein Holzbauteil, das schräg von einem senkrechten Pfosten zu einem Balken, einer Sparren oder einem anderen Bauteil verläuft und den Rahmen vor Verformung (Verdrehung aus dem Lot) schützt. Im Dachbau verstärken Streben üblicherweise die Anschlussstelle zwischen Sparren und Pfosten und nehmen den Seitenschub auf, der ansonsten den Pfosten biegen würde. Sie sind unverzichtbar in Holzrahmen, wo hohe Lasten oder lange ungestützte Spannweiten Seitenkräfte erzeugen, die reine Senkrechtelemente nicht sicher aufnehmen können.

Der Winkel der Strebe ist entscheidend. Ein steilerer Winkel, näher an der Senkrechten, leitet die Last wirksam auf den Pfosten und das Fundament; ein flacherer Winkel verteilt die Last über ein längeres Holzglied, bietet aber weniger Steifigkeit. Die meisten Streben werden in einem Winkel von etwa 45 Grad zugeschnitten und eingepasst, wobei der genaue Winkel von der Rahmengeometrie und der Richtung der erwarteten Kraft abhängt. Die Strebe wird typischerweise über eine Halbholzverbindung oder einen Zapfen in den Pfosten und ins anschließende Bauteil eingelassen, um ein starres Gelenk zu schaffen, das unter Last nicht verrutscht.

Im traditionellen Zimmererhandwerk kommen Streben in gebundenen Dachtragwerken vor, wo der Zugband verhindert, dass die Sparren auseinander gehen, aber Zwischenpfosten dennoch seitlich versteift werden müssen. Eine Strebe verbindet jeden Pfosten mit dem Zugband oder mit einer darüber liegenden Sparren und verklemmt den Rahmen. In moderner Holzrahmenweise ist der Begriff weniger geläufig, da die seitliche Versteifung oft durch Beplankung, Diagonalverbände oder Hängebalken erreicht wird, statt durch einzelne Holzstreben.

Der Name Strebe kommt von der Ähnlichkeit mit einem Reitsportsporn, einem vorstehenden Punkt, der Halt und Stabilität bietet. Eine Strebe versteift einen Rahmen ähnlich wie ein Sporn in den Boden oder in den Pferderücken dringt und so Grip und Standfestigkeit verleiht. In manchen Gegenden und älteren Texten werden Streben auch als Stützen, Riegel oder Stangen bezeichnet, wobei diese Begriffe manchmal nur temporäre oder leichtere Abstützungen bezeichnen.

Streben fallen zumeist an den Gelenken aus, besonders wenn die Holzverbindung nicht sauber geschnitten ist oder das Holz gerissen ist. Bewegungen an der Verbindung, erkennbar an Rissen oder senkrechten Spalten ab der Anschllussstelle, zeigen an, dass die Strebe die Last nicht mehr wirksam aufnimmt. In historischen Tragwerken werden Streben wie alle tragenden Holzglieder auf Fäulnis und Holzschädlingsbefall überprüft, denn einmal geschwächt können sie die Verformung des Rahmens, den sie stabilisieren sollen, nicht verhindern.

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