Spunlaid
Englisch: spunlaid
Verfahren, bei dem Fasern versponnen und dann durch Umlenker oder Luftströmungen direkt in ein Vlies verteilt werden.
Spunlaid: Fasern werden in einem Schritt hergestellt und zu einem Vlies gelegt
Spunlaid beschreibt einen Vliesprozess, bei dem Filamentfasern aus Spinndüsen extrudiert, gekühlt und sofort durch Luftströmungen oder mechanische Umlenker auf ein bewegtes Förderband oder eine Auflagefläche geleitet werden, ohne vorher zu Garn aufgewickelt zu werden. Die Fasern landen zufällig angeordnet und verbinden sich durch Wärmezufuhr, Druck oder chemische Bindemittel zu einem zusammenhängenden Vlies. Das unterscheidet sich von der klassischen Textilherstellung, wo Garnspinnen und Gewebefertigung oder Stricken separate Stufen sind.
Der Prozess erfasst die Faser im Entstehungszustand. Typische Spunlaid-Anlagen laufen mit 200 bis 600 Metern pro Minute, abhängig von Faserdenier und Vliesmasse. Übliche Fasermaterialien sind Polypropylen, Polyester und Polyethylen; die Faserdurchmesser reichen von 1 bis 10 Mikrometer. Die zufällige Ausrichtung in Spunlaid-Vliesen führt zu unterschiedlichen Eigenschaften in Kettungs- und Schussrichtung, anders als bei gewebten Stoffen.
Herkunft des Namens
Der Begriff verbindet "spun" (Extrusion und Verstreckung des Filaments) und "laid" (Ablage auf der Vliesbildungsfläche). Er entstand in den 1950er Jahren, als Ausrüstungshersteller Verfahren verfeinerten, um Zwischenschritte beim Garnspinnen zu umgehen. Die Unterscheidung ist wichtig: Ein Spunbond-Vlies hat Fasern, die an Kreuzungspunkten verbunden sind; ein Spunlaid-Vlies kann sich allgemeiner auf jeden direkten Faser-zu-Vlies-Prozess beziehen, manchmal einschließlich Meltblown-Schichten.Spunlaid-Vliesstoffe kosten pro Masseeinheit weniger als Spinngarngewebe, weil sie Garnaufwicklungs- und Zwirntechnik aussparen und so Handhabung und Energieverbrauch senken. Typische Anwendungen sind Geotextilien, Filtermaterialien, Medizintextilien und Wischsubstrate. Die Zugfestigkeit hängt von Faserlocke, Flächengewicht (Gramm pro Quadratmeter) und Bindungsdichte ab. Ein Spunlaid-Geotextil mit 200 g/m² kann eine Zugfestigkeit von 60 bis 100 kN/m in Maschinenrichtung erreichen.
Die Hauptbeschränkung ist die Gleichmäßigkeit. Abweichungen bei Umlenkerposition, Luftgeschwindigkeit und Fördergeschwindigkeit führen zu dicken und dünnen Stellen im Vlies. Ungleichmäßige Bindung beim Wärmebehandeln verursacht steife Flecken oder Delaminierung. Die Qualitätskontrolle erfordert kontinuierliche Flächengewichtskontrolle und Porengrößenprüfung. Spunlaid-Material hat außerdem eine niedrigere Verschleißfestigkeit als Nadelflor-Vliesstoffe, weil Fasern nicht mechanisch verschlungen sind.