Stall
Englisch: stall
Der durch Abbau zwischen Pfeilern verbleibende Hohlraum.
Stall: der Hohlraum, der beim Abbau um einen Pfeiler entsteht
Im Untertagebau ist ein Stall der Hohlraum, der entsteht, wenn Erz oder Kohle um einen Stützpfeiler herum abgebaut wird. Der Pfeiler selbst bleibt stehen, um die Dachbelastung zu tragen, während der Stall der Arbeitsbereich ist, in dem der Abbau stattgefunden hat. Stalls können wenige Meter oder viele Dutzend Meter groß sein, je nach Geometrie des Erzkörpers, Mächtigkeit der Lagerstätte und der vom Bergbauingenieur gewählten Pfeilerausbildung.
Der Begriff stammt aus seiner eigentlichen Bedeutung: ein Abteil oder eine Bucht in einer Struktur. Beim Pfeiler-Stall-Abbau (auch Kammer- und Pfeiler-Abbau genannt) besteht die Anordnung aus einem regelmäßigen Raster, bei dem Pfeiler in festen Abständen stehen gelassen werden und Stalls die dazwischen liegenden abgebauten Kammern sind. Diese Methode ist häufig bei Kohleflözen und schichtigen Erzlagerstätten verbreitet, wo das Erz relativ flach liegt und die Stalldimensionen standardisiert werden können. Das Verhältnis der Pfeilerbreite zur Stallbreite bestimmt die Gesamtgewinnungsrate und die Sicherheitsmarge: schmalere Stalls bedeuten höhere Gewinnungsraten, aber höhere Belastung der Pfeiler.
Stallgeometrie und Stabilität
Die Stallwände werden Streben oder Strebenseiten genannt. Wenn ein Stall über die volle Höhe des Flözes abgebaut wird, können die freigelegten Streben instabil sein, wenn das Nebengestein schwach ist oder die Überlagerung hoch ist. Strebenbruch (Abblätterung oder Ausbruch der Strebenwand) ist eine häufige Gefahr; er kann durch einen dickeren Strebenschutz, langsameren Vortrieb oder durch Steinanker oder Holzstempel verringert werden. Auch Sohle und Dach eines Stalls müssen beurteilt werden: Kohle oder Erz, das in der Sohle gelassen wird, erhöht die Tragfähigkeit, während ein schwaches Dach Dachstützung oder Gebirgszubruch erfordert.
Die Bewetterung von Stalls muss sorgfältig kontrolliert werden. Tote Stalls (jetzt aufgegebene abgebaute Bereiche) können sich mit gefährlichen Gasen wie Methan oder Kohlendioxid ansammeln, wenn sie nicht ordnungsgemäß versperrt oder entgast werden. Aktive Stalls benötigen einen ausreichenden Luftstrom, um Staub und Gase von der Arbeitsstelle zu entfernen. Das Netz der Stalls und ihrer verbindenden Wege bildet den Bewetterungskreislauf des Bergwerks.
Die Gewinnungsrate aus einem Stall beträgt nicht immer 100 Prozent. Erz oder Kohle, die als Schutzstrebenschutz, Sohlenausgleich oder in unzugänglichen Winkeln gelassen werden, bleiben im Untergrund. Die Wirtschaftlichkeit des Stall-Abbaus beruht daher auf einer Balance zwischen Maximierung der Förderung und Sicherstellung, dass die verbleibenden Pfeiler die Dachbelastung über die beabsichtigte Lebensdauer des Bergwerks hinweg tragen können. Wenn ein Bergwerk schließlich aufgegeben wird, können Pfeiler manchmal durch systematischen Abbau im Rückzug zurückgewonnen werden, indem man rückwärts arbeitet und das kontrollierte Absenken des Stalldachs zulässt.