aphanitisch
Englisch: aphanitic
Gehört zu den Aphaniten; Ergussgesteine, die aus mikroskopischen Mineralkristallen bestehen, deren Körner so fein sind, dass sie mit bloßem Auge nicht sichtbar sind.
aphanitisch: so feinkristallin, dass man die Minerale nicht sehen kann
Ein aphanitisches Gestein ist ein Magmatit, dessen Mineralkristalle kleiner als etwa 0,1 mm sind und ohne Vergrößerung unsichtbar bleiben. Der Begriff stammt aus dem Griechischen aphanés und bedeutet verborgen oder unauffällig. In der praktischen Bergbau- und Geologie-Arbeit beschreibt aphanitisch die Textur des Gesteins, nicht seine Zusammensetzung oder seinen Wert. Basalt und Rhyolit sind häufige aphanitische Gesteine; sie können chemisch recht unterschiedlich sein, zeigen aber beide keine sichtbaren Körner für das bloße Auge.
Aphanitische Textur entsteht, wenn Magma schnell an oder nahe der Erdoberfläche erstarrt. Schnelle Abkühlung gibt den Mineralatomen wenig Zeit, sich zu großen Kristallen zu organisieren, sodass sie in einer feinen, dichten Grundmasse einfrieren. Im Gegensatz dazu erstarren plutonische Magmatite wie Granit langsam in der Tiefe und entwickeln phanerische (grobe, sichtbare) Kristalle. Ein Dünnschliff unter dem Polarisationsmikroskop zeigt die tatsächlichen Mineralphasen im aphanitischen Gestein, oft in Form von winzigem Quarz, Feldspat, Pyroxen oder Amphibol.
In der Rohstoffgewinnung und Gesteinskörnungsindustrie werden aphanitische Gesteine wegen ihrer Festigkeit und Dauerhaftigkeit geschätzt. Basalt, das häufigste aphanitische Gestein, wird für Straßenunterbau, Eisenbahnschotter und Beton zerkleinert. Da die Kristalle so klein und dicht verzahnt sind, brechen aphanitische Gesteine eher unregelmäßig als entlang von Korngrenzen, was ihnen hohe Druckfestigkeit verleiht. Ihre Härte bedeutet aber auch, dass sie schwieriger und teurer zu bohren, zu sprengen und zu zerkleinern sind als grobkörnigere Gesteine.
Die Unterscheidung aphanitischer Textur von anderen feinkristallinen Gesteinen ist im Gelände wichtig. Sedimentgesteine wie Schluffstein oder Tonstein können mit bloßem Auge ähnlich aussehen, haben aber nicht das glänzende oder kristalline Aussehen aphanitischer Magmatite. Ein einfacher Säuretest mit verdünnter Salzsäure hilft: Wenn das Gestein aufbraust, enthält es Karbonatminerale und ist wahrscheinlich Sediment, kein aphanitischer Magmatit.
Der Begriff ist in der alltäglichen Bergbau- und Steinbruchsprache weniger gebräuchlich als in geologischen Beschreibungen und Bohrkernprotokollen. Arbeiter sagen eher Basalt oder Trappgestein nach Handelsnamen. Geologen und Explorationsmannschaften verwenden aphanitisch aber bei der Beschreibung von Bohrkernen oder Aufschlüssen, um zu kommunizieren, dass die Korngröße zu klein ist, um Minerale ohne optische Geräte zu bestimmen, was sich auf die Zerkleinerbarkeit, Durchlässigkeit und Verwitterung des Gesteins auswirkt.