Lenkradbedienknopf
Englisch: steering wheel spinner knob
Eine Vorrichtung mit einem drehbaren Knopf am Lenkrad, die es Personen mit Einarmigkeit ermöglicht, das Rad zu drehen, indem sie es mit einer Hand greifen und vollständig bewegen können.
Lenkhilfe-Handgriff: einhändige Lenkunterstützung
Ein Lenkhilfe-Handgriff ist eine mechanische Griffvorrichtung, normalerweise ein kugelförmiger oder wölbiger Knauf mit einem Durchmesser von 5 bis 10 cm, der auf der Felge eines Fahrzeuglenkrads angeschraubt oder festgeklemmt wird. Er ermöglicht es Fahrern mit nur einem funktionsfähigen Arm oder einer Hand zu lenken, indem sie die Finger oder die Handfläche in den Knauf einhaken und diesen drehen, statt das komplette Lenkrad zu greifen und zu wenden. Der Knauf läuft frei auf einer Welle, die mit dem Lenkrad verbunden ist; er dreht sich unabhängig mit, während der Fahrer durch den Knauf Kontakt hält und der Lenkmechanismus die Arbeit verrichtet.
Lenkhilfe-Handgriffe gibt es in drei Montagevarianten. Bolzen-Knäufe verwenden einen Schaft, der durch die Lenkradfelge hindurch an der Rückseite angebracht ist und eine 360-Grad-Drehung ermöglicht. Klemm-Knäufe werden mit einer C-Klemme oder Spannbügel um die Felge gelegt und erfordern kein Bohren. Saugnapf-Versionen haften auf der Lenkradfläche und eignen sich für Mietwagen oder temporäre Nutzung, sind aber weniger sicher. Die Materialien reichen von Aluminium und Stahl für Haltbarkeit bis zu Kunststoff zur Gewichtsersparnis. Durchmesser und Griffbeschaffenheit werden je nach Griffstärke und Lenkanforderungen des Fahrers gewählt.
Der Lenkhilfe-Handgriff löst ein echtes Problem beim einhändigen Lenken: ohne ihn muss ein Fahrer den kompletten Lenkradumfang greifen und Armbewegungen zum Drehen einsetzen, was ermüdend ist und die Feinsteuerung begrenzt. Der Knauf konzentriert die Kraft auf einen kleinen Bogen und reduziert die Distanz, die die Hand pro Lenkeingabe zurücklegen muss. Bei einem 38 cm Lenkrad braucht es etwa 3,5 komplette Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag; ein 7,5 cm Knauf verringert die physische Bewegung erheblich. Viele Nutzer berichten von besserem Komfort und sichererem Autobahnfahren, weil sie ihre greifende Hand in einer Position halten können, statt sie ständig umzupositionieren.
Beschränkungen und Verschleißpunkte
Lenkhilfe-Handgriffe sind nicht universell. Das Kraftsteeringfeedback ist vermindert, weil der Fahrer das Lenkrad nicht direkt greift und keine Rückmeldungen der Straße über die Felge spürt. Bei Fahrzeugen mit elektrischer Lenkung ist dieser Verlust vernachlässigbar; bei älteren manuellen oder halbmanuellen Systemen kann sich der Lenkeinsatz träge anfühlen. Die Befestigungsstelle des Knaufs ist außerdem ein Spannungskonzentrator: wiederholtes hartes Lenken kann die Felge beschädigen, wenn der Knauf mit Bolzen befestigt ist. Klemm-Befestigungen verteilen die Last besser, können aber rutschen, wenn sie nicht richtig angezogen sind. Viele Bundesländer erlauben Lenkhilfe-Handgriffe ohne Einschränkungen, einige wenige verlangen deren Demontage bei der Hauptuntersuchung oder Zulassung.
Lenkhilfe-Handgriffe sind in ergotherapeutischen Richtlinien für Fahrer mit Hemiparese, Arthrogrypose oder Gliedmaßenamputationen vorgeschrieben oder empfohlen. Sie sind auch in Rennumgebungen verbreitet, besonders in Formelrennwagen, wo Fahrer in engen Cockpits sitzen und von kompakten Lenkteilen profitieren. Geländefahrzeuge und landwirtschaftliche Maschinen verwenden robustere Knäufe, weil Handlenkung häufiger vorkommt und höheren Einsatz erfordert. Das Gerät existiert seit mindestens dem mittleren 20. Jahrhundert, doch moderne ergonomische Ausführungen mit strukturiertem Griff und einstellbarer Reibung sind inzwischen Standard in adaptiven Fahrsystemen.