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Kfz-Technik

Reihensechszylinder

Englisch: straight-six

Ein Verbrennungsmotor mit sechs Zylindern, die in einer geraden Linie am Kurbelgehäuse angeordnet sind und alle Kolben einen gemeinsamen Kurbelwellentrieb antreiben.

Reihenesechser: sechs Zylinder in einer ordentlichen Reihe

Ein Reihenesechser ist ein Verbrennungsmotor, bei dem sechs Zylinder nebeneinander entlang des Motorblocks angeordnet sind, wobei jeder Kolben mit einer einzigen Kurbelwelle verbunden ist. Die Konfiguration erhielt ihren Namen aus offensichtlichem Grund: Im Gegensatz zu V-förmigen oder horizontal angeordneten Designs sind alle sechs Zylinderbohrugen in einer geraden Reihe ausgerichtet. Dieses Layout ist seit über einem Jahrhundert Standard in Personenwagen, Lastkraftwagen und Industriemotoren.

Die Geometrie schafft inhärente Ausgleichsvorteile. Mit sechs gleichmäßig verteilten Kolben, die nacheinander zünden, heben sich die Trägheitskräfte entlang der Kurbelwelle glatt auf und erzeugen weniger Vibration als Vierzylindermodelle. Gleichzeitig entfällt das ungleichmäßige Zündintervall, das Vierzylinder-Motoren rau wirken lässt. Die Ein- und Auslasstakte überlappen sich auch natürlich, was die Gaswechsel ohne komplexe Ventiltrieb-Tricks unterstützt.

Allerdings bringt der Reihenesechser echte Packungsprobleme mit sich. Der Motor ist lang: Ein 3,0-Liter-Reihenesechser erstreckt sich etwa 650 bis 700 Millimeter in die Länge, was es schwierig macht, ihn quer unter modernen Motorhauben einzubauen. Deshalb haben die meisten Fahrzeuge mit Frontantrieb die Bauart bis in die 1990er Jahre zugunsten von V-Sechszylindern oder V-Vierzylindern aufgegeben. Bei Längsmontage in Heckantriebsfahrzeugen und Lastkraftwagen passt der Reihenesechser aber perfekt. In Industrieapplikationen, Landwirtschaftsmotoren und schweren Lastkraftwagen wird die Bauart noch bevorzugt, weil die lange Kurbelwelle natürlich entlang der Fahrzeugmittellinie sitzt und die geringe Breite die Belastung der Motorlager reduziert.

Varianten und praktische Anwendung

Die Hubraumklassen von Automobil-Reihenesechsern liegen typischerweise zwischen 2,0 und 3,5 Litern; alles Größere fällt in den Lastkraftwagen- oder Industriebereich. Die Zündfolge ist immer 1-5-3-6-2-4 oder eine gleichwertige Umstellung, die das harmonische Gleichgewicht erhält. Graugussblöcke sind Standard für Dauerhaftigkeit; Aluminium ist wegen höherer Materialkosten und Bedenken zur thermischen Wechselbeanspruchung bei diesem langen Guss weniger verbreitet. Der Zylinderkopf schraubt oben auf, und bei vielen Konstruktionen laufen eine oder zwei Nockenwellen über die gesamte Länge des Kopfes.

Was geht kaputt? Kopfdichtungsausfälle sind im unteren Zylinderkopfbereich um die Zylinder 5 und 6 häufig, dem kältesten Teil des Gusses, wo die Kühlmittelzirkulation schlecht ist und sich thermische Spannungen konzentrieren. Die lange Kurbelwelle, besonders bei älteren Motoren, kann an den mittleren Lagersitzen Verschleiß erleiden, wenn der Öldruck sinkt. Steuerkettendehnung tritt schneller als bei kürzeren Motoren auf, weil die Kette mehr Zahnräder durchläuft und mit mehr Spiel. Ansaugkrümmer-Dichtungen fallen durch Vibration im Lauf der Zeit aus, besonders dort, wo einzelne Kanäle zusammentreffen.

Der Reihenesechser bleibt der bevorzugte Sechszylinder-Motor der Ingenieure für Geschmeidigkeit, Einfachheit und Langlebigkeit. Sein Rückgang in Personenwagen spiegelt Packungszwänge wider, nicht mechanische Schwächen. In Nutzfahrzeugen, Baumaschinen und stationärer Stromerzeugung behauptet sich die Bauart, weil diese Anwendungen Zuverlässigkeit und niedrige Wartungskosten vor kompakten Abmessungen schätzen.

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