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Kfz-Technik

Sturzwinkel

Englisch: caster

Der Winkel der Achse, um die sich die Vorderräder eines Fahrzeugs beim Lenken drehen, wobei eine senkrechte Achse als Nullsturzwinkel definiert ist.

Sturzwinkel: Neigung der Lenksäule, die Räder selbsttätig zentriert

Der Sturzwinkel ist die Vor- oder Rückneigung der Lenksäule gegenüber der Senkrechten, gemessen in Grad. Beim Drehen des Lenkrads schwenken die Vorderräder um diese geneigte Achse statt um eine senkrechte Linie. Ein positiver Sturzwinkel neigt die Lenksäule nach hinten, sodass die Kontaktfläche des Reifens hinter dem Drehpunkt nachzieht. Diese Geometrie sorgt dafür, dass das Lenkrad nach einer Kurve in die Mittelstellung zurückkehrt und stabilisiert das Fahrzeug bei Autobahngeschwindigkeit.

Die Lenksäule ist eine gedachte Linie, die durch die oberen und unteren Kugelgelenke (oder entsprechende Aufhängungspunkte) verläuft. Bei den meisten Fahrzeugen ist diese Achse um 5 bis 10 Grad zur Fahrzeugvorderseite geneigt. Diese Neigung ist während der Konstruktion in die Aufhängungsgeometrie eingebaut; sie ist nicht dasselbe wie der Sturz (der das Rad selbst neigt) oder die Spur (die die Räder links und rechts winkelt). Der Sturzwinkel ist beim Durchfahren einer Kurve am äußeren Rad am größten, weshalb die äußeren Räder empfindlicher auf Lenkeingaben reagieren.

Ein zu großer Sturzwinkel führt zu schwerem Lenkgefühl und kann das Fahrzeug bei hohem Tempo nervös wirken lassen, während ein zu kleiner Sturzwinkel die Fahrstabilität und Selbstzentrierung mindert. Nach einer Kollision, Frontarbeiten oder Aufhängungswechsel driften die Sturzwinkel oft ab und müssen beim Vermessen neu eingestellt werden. Der Sturzwinkel wird mit der gleichen computergestützten Vermessungsanlage gemessen wie Sturz und Spur, erfordert aber, dass das Rad seinen gesamten Bewegungsbereich durchläuft, um korrekt berechnet zu werden. Die meisten Werkstätten können den Sturzwinkel ohne Austausch von Shims in der Aufhängung oder Verbiegen von Aufhängungsarmen nicht einstellen.

Der Begriff stammt von den Lenkrollen an Möbeln und Einkaufswagen: ein Rad, das auf einer drehbaren Achse montiert ist. Eine Möbellenkrolle mit großem rückwärtigem Versatz (von der Achse zum Bodenkontakt) schwenkt natürlicherweise in Fahrtrichtung aus und widersteht seitlichem Flattern. Der Sturzwinkel der Fahzeuglenksäule erzeugt denselben stabilisierenden Effekt, deshalb haben Ingenieure vor über hundert Jahren diesen Namen übernommen.

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