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Bergbau und Gewinnung

Stollen

Englisch: stulm

Schacht, Röhre, Stollen oder Gang zur Entwässerung eines Bergwerks.

Stulm: ein Entwässerungsstollen, der Bergwerke vor Überflutung schützt

Ein Stulm ist ein künstlich angelegter Kanal, Schacht oder horizontaler Stollen, der durch das Gestein getrieben wird, um Wasser aus einem Bergwerk abzuleiten. Er funktioniert als Entwässerungssystem des Bergwerks und leitet Grundwasser und Sickerwasser zur Oberfläche oder auf ein tieferes Niveau, von wo aus es gepumpt oder ablaufen kann. Ohne wirksame Stülme sammelt sich Wasser in den Arbeitsbereichen an, was den Abbau unmöglich macht und Gefahren durch Überflutung und Einsturz entstehen lässt.

Der Begriff Stulm umfasst mehrere Formen, je nach Gefälle und Zweck. Ein nahezu horizontaler Stollen, der der natürlichen Bodenneigung folgt, wird Ader- oder Tagesöffnungsstollen genannt; ein senkrechter oder nahezu senkrechter Schacht, der speziell zum Entwässern eines überfluteten Bereichs abgeteuft wird, ist ein Entwässerungsschacht. Manche Stülme werden in die Flanke eines Bergwerks getrieben, um wassertragender Gesteinsschichten anzufahren und anzapfen, wobei sie zugleich als Drainage und Bewetterungswege dienen. Der Stollen kann je nach Tiefe, Nutzungsdauer und Standfestigkeit der umgebenden Schichten mit Holz, Stein verbaut oder als blankes Gestein belassen werden.

Die Leistung und Instandhaltung von Stülmen beeinflussen unmittelbar die Bergwerksproduktivität. Ein verstopfter oder in Verfall begriffener Stulm zwingt den Betreiber, mobile Pumpanlagen einzusetzen, was teuer und langsamer ist. In tiefen Bergwerken kann Wasserdruck schlecht instand gehaltene Stülme aufbrechen oder Stempel wegschwemmen, was zu plötzlichen Durchbrüchen und gefährlichen Wassereinfällen führt. Historische Bergbauregionen in Europa, besonders in Deutschland und Großbritannien, enthalten Netzwerke von Stülmen aus mehreren Jahrhunderten, von denen viele noch funktionstüchtig sind oder teilweise mit Sedimenten und Mineralablagerungen gefüllt sind.

Das Wort Stulm stammt aus der deutschen Bergbauterminologie und spiegelt die Dominanz der mitteleuropäischen Tiefbau-Hartgesteinstechnik wider. Verwandte Begriffe sind Sumpf, ein Sammelbecken am tiefsten Punkt eines Bergwerks, und Sohle, ein horizontaler Arbeitsbereich, der selbst durch einen Stulm entwässert werden kann. Der Stulm unterscheidet sich von einem Bewetterungsschacht in seinem Zweck, obwohl eine einzelne Rösche manchmal beiden Funktionen dient, indem sie Wasserdurchlass ermöglicht und gleichzeitig Luftzirkulation erlaubt.

Moderne Tiefbergwerke nutzen Stülme neben mechanischen Entwässerungssystemen. In manchen Fällen unterbrechen Planungsleiter den natürlichen Grundwasserfluss, indem sie Stülme in ungebautes Gestein treiben, bevor ein neuer Bereich aufgeschlossen wird, um zu verhindern, dass Wasser in die Arbeitsbereiche eindringt. Lage, Gefälle und Durchmesser eines Stulms werden durch Vermessungen des Grundwasserspiegels, der Durchlässigkeit des umgebenden Gesteins und der erwarteten Durchflussrate bestimmt. Unzureichende Stulmkapazität war ein begrenzender Faktor bei der Produktionserweiterung in vielen historischen und aktiven Bergwerken.

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