Berge
Englisch: gangue
Die erdigen Abfallstoffe, die in Metallerz vorkommen.
Gangue: Das Gestein, das du wegwirfst, um ans Metall zu kommen
Gangue ist das wertlose Gesteinsmaterial, das in einer Lagerstätte das Erz umgibt und mit ihm vermischt ist. Wenn du Metallerz gewinnst, trennst du einen kleinen Anteil wertvollen Minerals (das Erz selbst) von einer viel größeren Menge nutzlosen Gesteins und Minerals (die Gangue). Das Verhältnis schwankt wild: Ein Golderzlager könnte nur wenige Gramm Metall pro Tonne verarbeitetes Gestein liefern, was bedeutet, dass die Gangue 99,99% des bewegten Materials ausmacht.
Die Zusammensetzung der Gangue hängt vom Nebengestein und der Geologie der Lagerstätte ab. In einer Kupfer-Porphyr-Operation könnte Gangue aus Quarz, Feldspat und Tonmineralen bestehen. Bei einem Eisenoxid-Erz könnte Gangue kieselsäure- und tonerde-reiches Gestein sein. Bei einer Nickel-Laterit-Lagerstätte kämpfst du dich durch Eisenoxide und Silikate zum nickelführenden Material vor. Es ist wichtig zu verstehen, womit du es zu tun hast, denn verschiedene Gangue-Minerale verhalten sich unterschiedlich beim Brechen, Mahlen, Flotieren und Auslaugen.
Abtrennung und Entsorgung
Die gesamte Aufbereitungskette dient dazu, Gangue wirtschaftlich vom Erz zu trennen. Schweretrennung, Flotation, Magnetscheidung und Auslaugung nutzen Unterschiede in Dichte, Oberflächenchemie oder Löslichkeit zwischen wertvollen Erzmineralen und wertloser Gangue. Was du nicht wirtschaftlich trennen kannst, wird zu Tailings, die gelagert werden müssen, oft in Rückhaltebecken oder Dämmen. Das ist teuer und umweltbelastend, daher wirkt sich die Minimierung von Gangue in deinem Roherz (oder die Vermeidung von Lagerstätten mit sehr hohen Gangue-Quoten) direkt auf die Projektökonomie aus.
Der Begriff stammt vom Althochdeutschen Gang, was Ader oder Lager bedeutet. Er kam vor Jahrhunderten ins englische Bergbauvokabular, als Bergarbeiter ein einziges Wort für das ganze sterile Material brauchten, das sie brechen und verwerfen mussten, um zur metalltragenden Ader zu gelangen. Das Wort ist in der Industrie noch immer Standard, von Junior-Explorationsunternehmen bis zu großen integrierten Konzernen.