Subsistenzwirtschaft
Englisch: subsistence farming
Landwirtschaft, bei der fast alle aufgezogenen Tiere oder erzeugten Feldfrüchte vom Landwirt und seiner Familie zum Überleben verwendet werden, ohne nennenswerten Überschuss zum Verkauf oder Tausch.
Subsistenzwirtschaft: die eigene Familie ernähren, nicht den Markt beliefern
Subsistenzwirtschaft ist die Praxis, Feldfrüchte und Vieh hauptsächlich anzubauen und zu halten, um sich selbst und die Angehörigen zu versorgen, mit wenig oder gar keinem Verkaufsüberschuss. Der Landwirt produziert, was der Haushalt zum Überleben braucht: Getreide, Gemüse, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Eier oder Fleisch. Was nach dem Eigenverbrauch bleibt, kann vor Ort getauscht oder gelegentlich verkauft werden, aber die Erzielung von Geldeinkommen ist nicht das Ziel. Das unterscheidet sich grundlegend von der Erwerbslandwirtschaft, wo Produktionsziele, Marktpreise und Gewinnmargen alle Entscheidungen bestimmen.
Subsistenzbetriebe sind in der Regel klein: einige Hektar bis etwa 20, je nach Klima, Bodenqualität und Familiengröße. Ein Subsistenzhof könnte eine Getreideart wie Mais oder Weizen, eine Hülsenfrucht zur Stickstoffbindung und Proteinversorgung, ein Gemüsebeet, Obst- oder Nussbäume, Geflügel und vielleicht eine Ziege oder zwei umfassen. Die Arbeit leisten Familienmitglieder; externe Betriebsmittel wie Lohnarbeiter, gekaufte Dünger oder Maschinen sind minimal, weil Bargeld knapp ist. Die Werkzeuge sind oft einfach und langlebig: eine Handhacke, ein Pflug gezogen von Rindern oder einem Esel, vielleicht eine Machete oder ein Spaten, die viele Male repariert und weitergegeben werden.
Geografie und Klima bestimmen die Subsistenzbauweise stark. In tropischen Regionen mit zuverlässigem Regen baut eine Familie Kassava, Kochbananen und Yamswurzeln neben Bohnen und Blattgemüse das ganze Jahr über an. In trockeneren Gebieten verkürzt sich der Kalender auf eine einzige Anbauzeit; der Landwirt muss getrocknetes Getreide, Hülsenfrüchte oder Wurzelgemüse lagern, um die Trockenzeit zu überstehen. Bodenwissen ist praktisch und über Generationen angesammelt: welches Feld dieses Jahr ruht, wo der Grundwasserspiegel sitzt, welche Kulturen mit den örtlichen Schädlingen fertig werden. Fruchtfolge und Bracheperioden sind unverzichtbare Managementwerkzeuge, keine optionalen Praktiken, weil chemische Betriebsmittel nicht verfügbar oder erschwinglich sind.
Subsistenzwirtschaft in der Weltwirtschaft
Subsistenzwirtschaft ernährt weltweit noch etwa eine Milliarde Menschen, konzentriert in Subsahara-Afrika, Südasien und Teilen Lateinamerikas. Sie ist für die meisten Praktizierenden keine Wahl, sondern Folge beschränkten Zugangs zu Land, Krediten, Märkten oder Technologie. Ein Subsistenzbauer besitzt oder hält Nutzungsrechte auf einem kleinen Flächenstück; ohne etwas als die Arbeitskraft in den Händen zu besitzen, macht ihn das anfällig für Dürre, Krankheit, Landverlust oder Schuldenforderungen, die zum Verkauf des gesamten Betriebs zwingen.
Die Grenze zwischen Subsistenz und Erwerbswirtschaft ist nicht scharf. Viele Kleinbauern befinden sich in einem Mittelbereich: sie produzieren hauptsächlich für den Eigenverbrauch, verkaufen aber einen Teil einer vermarktungsfähigen Frucht wie Kakao, Baumwolle oder überschüssiges Gemüse, um Bargeld für Schulgebühren, Salz oder Werkzeug zu generieren. Druck durch Bevölkerungswachstum, Landkonzentration und Marktintegration drängt Subsistenzhöfe in Richtung Kommerzialisierung. Umgekehrt kann wirtschaftlicher Zusammenbruch oder Konflikt kommerzielle Landwirte zur Subsistenz zurückzwingen. Gerätedesigner und landwirtschaftliche Beratungsdienste in Entwicklungsregionen müssen mit beiden Modi rechnen: Subsistenzbauern brauchen haltbare, wenig betriebsmittelintensive Werkzeuge und Sorten, die zu Grenzboden und unregelmäßigem Regen passen, nicht die chemieintensiven Pakete, die auf Großproduzenten abzielen.